Städtetag und SALGA aus Südafrika vertiefen kommunalen Austausch
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Wie können Städte nachhaltige und zukunftsfähige Mobilität gestalten? Welche urbanen Lösungen lassen sich Länder und Kontinente übergreifend übertragen – und wo braucht es jeweils eigene Antworten? Diesen Fragen widmete sich eine Delegation des südafrikanischen Städteverbandes South African Local Government Association (SALGA) bei ihrem Besuch in Deutschland vom 9. bis 16. September 2026.
Der Austausch war Teil der Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Städtetag und SALGA. Beide kommunalen Spitzenverbände stehen seit vielen Jahren in engem fachlichem und politischem Austausch. Die aktuelle Delegationsreise hat diese Zusammenarbeit fortgesetzt mit Fokus auf das Thema Mobilität.
Von Durban nach Deutschland: Austausch auf Augenhöhe
Bereits im August 2025 war eine Delegation des Deutschen Städtetages nach Südafrika zum National Urban Forum in Durban gereist. Mehr als 500 Vertreterinnen und Vertreter südafrikanischer Städte, Ministerien, kommunaler Verbände und weitere internationale Akteure diskutierten dort über nachhaltige Stadtentwicklung.
Es zeigte sich einmal mehr, dass Städte weltweit vor vergleichbaren Herausforderungen stehen und gemeinsam an Lösungsansätzen arbeiten können. Internationale Kooperation und der Austausch untereinander sind deshalb nicht nur ein politisches Signal, sondern bieten auch einen konkreten Mehrwert für die kommunale Praxis.
An diesen Austausch knüpfte die aktuelle Reise südafrikanischer Kolleginnen und Kollegen nach Deutschland an. Auf dem Programm standen zahlreiche Fachgespräche und Begegnungen mit Vertreterinnen und Vertretern des Deutschen Städtetages, der Städte München, Karlsruhe, Köln und Leipzig, des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV), der Internationalen Bauausstellung (IBA) Metropolregion München, des Verbandes der Region Stuttgart (VRS) sowie der der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).
Auch der Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe und Mitglied des Präsidiums des Deutschen Städtetages, Dr. Frank Mentrup, nahm sich Zeit für Gespräche mit den Gästen aus Südafrika. In Köln begrüßte schließlich noch der Beigeordnete Dr. Dominique Köppen, Leiter des Dezernats für Finanzen, die Delegation im Namen des Deutschen Städtetages. Er sagte:
"Die Strukturen, Ressourcen und auch Instrumente in Südafrika und Deutschland unterscheiden sich. Uns eint aber die gleiche Zielsetzung – unsere Städte zu stärken, lebenswerte Städte zu entwickeln und den Menschen den Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen zu erleichtern."
Mobilität als gemeinsamer Schwerpunkt
Mobilität ist eine zentrale Zukunftsaufgabe für Städte – in Deutschland ebenso wie in Südafrika. Fragen der Verkehrsplanung, des öffentlichen Personennahverkehrs, der Infrastruktur und einer nachhaltigen Stadtentwicklung sind eng miteinander verbunden.
Der fachliche Austausch ermöglichte es, unterschiedliche kommunale Ansätze kennenzulernen und Erfahrungen aus der Praxis miteinander zu diskutieren. Dabei ging es nicht darum, Lösungen aus einem Land einfach auf das andere zu übertragen. Vielmehr standen die jeweiligen Rahmenbedingungen, Erfahrungen und Herausforderungen der Städte im Mittelpunkt.
Die südafrikanische Delegation erhielt Einblicke in Strategien und Maßnahmen deutscher Städte und diskutierte mit Expertinnen und Experten des Deutschen Städtetages und aus den teilnehmenden Städten über Fragen einer zukunftsfähigen urbanen Mobilität.
Kommunale Zusammenarbeit als Brücke zwischen Deutschland und Südafrika
Die Delegationsreise verdeutlicht damit auch, dass internationale kommunale Zusammenarbeit weit über klassische Städtepartnerschaften hinausgeht. Sie ist ein Instrument des gegenseitigen Lernens und der fachlichen Vernetzung – und zugleich ein Beitrag zur internationalen Sichtbarkeit und Interessenvertretung der kommunalen Ebene. Der persönliche Austausch fördert den offenen und vertrauensvollen Austausch und somit die gemeinsame Lösungsfindung für Herausforderungen, vor denen die Kommunen beider Länder stehen.
Politische und fachliche Ebene zusammenbringen
Die Bedeutung des aktuellen Austausches zeigt sich auch in der Zusammensetzung der südafrikanischen Delegation. Vier hochrangige politische Vertreter des National Executive Committee – des Vorstandes von SALGA – sowie administrative Vertreter des südafrikanischen Städteverbandes nahmen daran teil. Darüber hinaus war der Leiter des Bereichs Verkehr der Stadt Johannesburg Teil der Delegation. Diese Verbindung von politischer und fachlicher Ebene schuf hervorragende Voraussetzungen, um neben konkreten Fachfragen auch über die strategische Weiterentwicklung der Zusammenarbeit zwischen den beiden kommunalen Spitzenverbänden zu sprechen.
Reise als Auftakt für weitere Austausche
Die Delegationsreise ist ein neuer Baustein der institutionellen Partnerschaft zwischen dem Deutschen Städtetag und SALGA. Die langjährige Zusammenarbeit soll weiter gestärkt und fachlich ausgebaut werden. Die aktuelle Delegationsreise war der Auftakt einer Reihe von insgesamt vier Austauschen, die von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH mit Mitteln des Bundesentwicklungsministerium (BMZ) finanziert werden.
Anfang nächsten Jahres soll eine weitere Delegationsreise des Deutschen Städtetages nach Südafrika folgen. Die inhaltliche Ausgestaltung und Organisation dieses Gegenbesuchs wird dann SALGA übernehmen.