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Kultur und Denkmalpflege

Kunst und Kultur machen unsere Städte lebenswert – und zwar in ihrer Vielgestaltigkeit: Von der Freien Szene bis zur Stadtbibliothek, von der Soziokultur – einer beteiligungs- und gemeinwohlorientierten Kulturpraxis – bis zum Heimatmuseum, von der Skulptur bis zum Baudenkmal. Sie sind Teil der kommunalen Daseinsvorsorge, fördern den Zusammenhalt in unseren Städten und leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum gesellschaftspolitischen Diskurs.

Figur auf Denkmal und Schild Denkmalschutz

Kulturpolitik ist Stadtpolitik

Der Deutsche Städtetag tritt für den Erhalt und die Weiterentwicklung der einzigartigen kulturellen Infrastruktur und unseres kulturellen Erbes in Deutschland ein.

Kunst und Kultur bringen Leben in die Stadt. Im kulturellen Raum findet die Begegnung mit anderen, der Austausch und der kritische Diskurs über Politik, Demokratie und Zukunft statt. In einer Zeit wachsender gesellschaftlicher Gegensätze wirken sie auf die Teilhabe und den Austausch möglichst breiter Bevölkerungsschichten hin. Kunst und Kultur leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung gesellschaftspolitischer Krisen und zur Auseinandersetzung mit den Herausforderungen unserer Zeit und sind gesellschaftlicher "Kitt" zugleich. 

Die Kultureinrichtungen und kulturellen Angebote in den Städten sind Anlaufstellen und Begegnungsorte. Sie zeichnen sich durch ihre künstlerische Qualität und ihre Vielfalt aus. Sie sind ortsnah, identitätsstiftend, gleichzeitig weltoffen und international. Sie bieten und sichern öffentlich verfügbaren Raum. Kulturelle Angebote erweitern den Erfahrungshorizont, sind essenzieller Teil von Bildung und tragen zum kulturellen Austausch bei. 

Kunst und Kultur sind wesentlich für das Gemeinschaftsgefühl und die gemeinsame Identität einer Stadt. Ihre oftmals historischen, denkmalgeschützten und baukulturell hochwertigen Gebäude sind wichtige Marken im Stadtbild und Orte der Identitätsbildung. Kunst und Kultur leisten damit einen Beitrag zur Stärkung unserer Demokratie – damit kommen sie dem ganzen Land zugute.

Eintreten für eine offene Gesellschaft – mit Kunst und Kultur Demokratie stärken

Kunst und Kultur sind grundsätzlich offen für alle Lebenswelten in der Stadt. Ihre identitätsstiftende Wirkung kann einen wichtigen Beitrag für die Integration leisten. Vielfalt als Chance, Gewinn und Bereicherung für das städtische Leben zu sehen und zu erschließen, ist das Ziel. Kultur in der Stadt kann Menschen das Gefühl von Heimat und Zusammengehörigkeit vermitteln.

Gerade Kunst und Kultur können mit kreativen Ansätzen darauf hinwirken, populistischen Parolen und religiösem Fanatismus eine wertebasierte und gemeinsam getragene Haltung entgegenzusetzen. Umgekehrt ist die Kunstfreiheit in einer Zeit zunehmend autoritärer, nationalistischer und populistischer Bestrebungen ein hohes Gut, dass es zu schützen gilt.

Kultureller Bildung kommt eine Schlüsselrolle für die soziale Teilhabe und Demokratieförderung in den Städten zu. Es muss dafür Sorge getragen werden, möglichst vielen Kindern und Jugendlichen, unabhängig von Herkunft oder sozialem Status, Zugang zu kulturell-künstlerischer Erfahrung zu ermöglichen.

Gemeinsame Kraftanstrengung für die Sanierung von Kulturbauten

Kulturbauten haben eine große städtebauliche Bedeutung. Sie stellen sowohl nach innen als auch nach außen städtebauliche Fix- und Identifikationspunkte dar. Viele Kulturbauten befinden sich aktuell jedoch in einem unsanierten Zustand, die haustechnischen Anlagen sind veraltet. Denkmalgeschützte historische Gebäude, die viele Stadtbilder prägen, bedürfen ebenfalls einer behutsamen Anpassung an die neuen Anforderungen. Hinzu kommen gestiegene Standards bei technischer Ausstattung, Brandschutz und energetischer Sanierung.

Die Städte allein können die großen Sanierungsaufgaben nicht schultern. Dies gilt umso mehr angesichts der aktuellen Finanzkrise der Kommunen. Es ist dringend erforderlich, einen gemeinsamen Investitionspakt mit Bund und Ländern für die Sanierung von Kulturbauten zu schließen, um die einzigartige kulturelle Landschaft und den damit verbundenen Stellenwert von Kunst und Kultur in Deutschland zu erhalten

Denkmäler pflegen – Beitrag zu einer guten Baukultur

Mit ihren Denkmalbehörden wirken die Städte am Erhalt und an der Pflege des Stadtbildes mit, leisten einen Beitrag für eine nachhaltige Stadtentwicklung und tragen zur Identifikation mit der Stadtgesellschaft bei. Der Denkmalpflege kommt als Teil einer guten Baukultur eine zentrale Bedeutung für die Lebensqualität und das friedliche Miteinander in den Städten zu. Unser (gebautes) kulturelle Erbe gilt es, für die nachfolgenden Generationen zu erhalten, behutsam an die neuen baulichen und gesellschaftlichen Herausforderungen anzupassen und in einen Ausgleich mit anderen öffentlichen Belangen wie dem Klimaschutz zu bringen.