"BlueGreen City Coaching" gestartet
07.01.2026

Zehn Städte werden bei klimaangepasster Stadtentwicklung unterstützt

Der Städtetag unterstützt das Projekt zur Implementierung blau-grüner Infrastrukturen.

Das Projekt "BlueGreen City Coaching" (BGCC) zur Klimaanpassung in zehn kleineren deutschen Großstädte ist in eine zentrale Phase (Phase 3) gegangen: Entscheiderinnen und Entscheider aus den ausgewählten Städten werden aktuell per individuellem Coaching darin unterstützt, ihre Stadtentwicklung besser an Klimawandelfolgen wie Hitze und Starkregen anzupassen. Dabei werden stadtspezifische Potenziale und Grenzen gemeinsam mit den Städten identifiziert und mit der juristischen, siedlungswasserwirtschaftlichen, sozio-ökonomischen sowie politikwissenschaftlichen Projektexpertise praktische Lösungsansätze entwickelt.

Blau-Grüne Infrastrukturen (BGI), bestehend aus wasserbezogenen (blau) und vegetationsbasierten (grün) Systemen, gelten als effektiver Ansatz zum Umgang mit Klimawandelfolgen, insbesondere in Städten, wo Hitze und Trockenheit, wie Starkregenereignisse weiter zuzunehmen drohen. Das Forschungsprojekt BGCC zielt darauf ab, Städte mit 100.000 bis 300.000 EinwohnerInnen bei der Planung und Umsetzung einer klimaangepassten, wassersensiblen Stadtentwicklung durch Empfehlungen zur Implementierung von BGI voranzubringen. 

Das Projekt hat eine Laufzeit von 2024 bis 2027 und ist ein vom Umweltbundesamt betreutes Forschungsprojekt (UBA). Es wird vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) aus Mitteln des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) gefördert und durch das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) und Fresh Thoughts (FT) umgesetzt. Der Deutsche Städtetag und das Zentrum Klimaanpassung (ZKA) unterstützen das Projekt.

Die teilnehmenden Städte

Im Frühjahr 2025 konnten sich nach einem über den Städtetag veröffentlichten Aufruf interessierte Städte – ausgehend von ihrer spezifischen Bedarfslage (Problem, Ziel, Handlungserfordernisse) – für ein individuell zugeschnittenes Coaching bewerben. Folgende zehn Städte sind ausgewählt worden:

  • Aachen
  • Braunschweig
  • Darmstadt
  • Freiburg
  • Göttingen
  • Gütersloh
  • Herne
  • Magdeburg
  • Mainz
  • Regensburg

Die zehn Städte werden von Herbst 2025 bis Frühjahr 2027 durch Expertinnen und Experten des Forschungsvorhabens begleitet. Das Coaching ist als Prozess angelegt, in dem sich individuelle und interkommunale Beratungs- und Austauschformate abwechseln. Bewusst wurde bei der Auswahl der Städte auf unterschiedliche Herausforderungen, Potenziale und Stadien der Umsetzungsprozesse wert gelegt.

Alle Informationen zum BGCC-Projekt

Verlauf des Coaching-Prozesses

Das Coaching der ausgewählten blau-grünen Stadtregionen erfolgt unter Federführung des Difu entlang eines grundlegend gleichen, aber pro Stadt spezifisch angepassten Vorgehens. Es sind für jede Kommune Coaching-Termine vor Ort eingeplant; daneben können die Kommunen auch digitale Beratungsangebote anfragen. Alle Kommunen nehmen an drei interkommunalen Fachtreffen teil, in denen einerseits verschiedene aktuelle Inhalte präsentiert und diskutiert werden und andererseits der interkommunale Erfahrungsaustausch, d.h. peer learning ermöglicht wird.

40 Vertreterinnen und Vertreter der Städte trafen sich zum ersten Mal im November zu einem intensiven Austausch über die rechtlichen Herausforderungen und Potenziale von BGI. 

Pünktlich zum Jahresanfang starten in einigen Tagen praxisorientierte Workshops in den teilnehmenden Städten, die vom Difu organisiert werden. Hier werden wichtige Rahmenbedingungen, Barrieren und Handlungsmöglichkeiten zur Stärkung von BGI erarbeitet. Das Projektteam, unter der Leitung von Dr. Frank Hüesker (UFZ), begleitet die Kommunen anschließend mit Fachberatung und Prozesssupport, um die Umsetzung erfolgreich zu gestalten. 

Der aktuellen 3. Phase ist neben dem Auswahlprozess der Städte (Phase 2) in Phase 1 die Erarbeitung einer Coaching-Toolbox vorangegangen. Darin finden Interessierte neben dem aktuellen Forschungsstand und allerhand Informationen auch ganz konkrete und praktische Planungstools, die sich beispielsweise im kommunalen Arbeitsalltag gut nutzen lassen, um die Anpassung in der eigenen Kommune zu unterstützen – ohne das Rad mühsam allein erfinden zu müssen: zur Toolbox

Ausblick

Die Arbeiten in den Kommunen münden in konkreten Implementierungsstrategien, die von den beteiligten VertreterInnen idealerweise in die kommunalen Entscheidungsgremien zum Beschluss eingebracht werden. Die Erkenntnisse aus der Begleitung und Beratung der Kommunen werden systematisiert und für den Transfer in weitere Kommunen aufbereitet.