Kinder, Jugend, Familie

Städtisches Leben ist das Leben in einer großen Gemeinschaft. Wie Kinder und Jugendliche sich als Teil dieser Gemeinschaft entwickeln, hängt nicht zuletzt von den öffentlichen Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe ab. Horte und Kindertagesstätten unterstützen die Familien bei der Erziehung, Bildung und Betreuung ihrer Kinder. Freizeitangebote für Jugendliche und Kinderspielplätze gehören genauso zur kommunalen Familienpolitik.
Kind sitzt auf einem Schaukeltier

Aufwachsen mit öffentlicher Unterstützung

Die Städte tragen intensiv dazu bei, damit Kinder und Jugendliche in Deutschland gut aufwachsen können. Die Kommunen setzen dafür große Summen für die Kinder- und Jugendhilfe ein. Im Jahr 2018 waren es insgesamt 51 Milliarden Euro. Davon tragen die Kommunen den größten Teil selbst. Die Städte gestalten damit aktiv familienfreundliche Lebensbedingungen.

Zum Kern der kommunalen Familienpolitik gehört ein breites Angebot der Kindertagesbetreuung. In den vergangenen Jahren wurde vor allem das Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren stark ausgebaut – ein wichtiger Schritt, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern.

Ebenso wichtig ist der Ausbau von Betreuungsangeboten in Schulen und Horten. Ziel ist es, dass in Zukunft jedem Grundschulkind bis zum Ende des 4. Schuljahres auch am Nachmittag ein Bildungs- und Betreuungsangebot offensteht.

  • Der Deutsche Städtetag fordert Bund und Länder auf, die Kommunen beim Ausbau der ganztägigen Angebote der Kindertagesbetreuung für Kinder zwischen 0 und 10 Jahren finanziell zu unterstützen und damit der gemeinsamen Verantwortung gerecht zu werden.
     
  • Die Kindertagesbetreuung muss auch qualitativ weiterentwickelt werden. Hierfür sind zusätzliche finanzielle und personelle Ressourcen erforderlich. Bund und Länder müssen die Kommunen dabei unterstützen durch eine Ausbildungsoffensive für Erzieherinnen und Erzieher sowie durch eine dauerhafte substanzielle Beteiligung an den Mehrkosten im System der Kindertagesbetreuung.
     
  • Der Bedarf an ambulanten und stationären Hilfen zur Erziehung steigt seit Jahren stark an. Auch andere drängende Aufgaben, wie z. B. die Umsetzung einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe stellen große Herausforderungen für die Kommunen dar. Bund und Länder müssen die Kommunen dabei unterstützen, ihre Aufgaben verantwortungsbewusst wahrzunehmen und die gesetzlichen Grundlagen behutsam weiterentwickeln. Eine Reform des Kinder- und Jugendhilferechts muss mit Augenmaß erfolgen und auf die tatsächlichen Möglichkeiten der Kommunen Rücksicht nehmen.