Kommunen als Treiber der Agenda 2030: Städte beim UN-Nachhaltigkeitsforum
Städte, Landkreise und Gemeinden sind entscheidend für die Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele (engl. Sustainable Development Goals – SDGs): Ohne das Engagement der Kommunen können die 17 nachhaltigen Entwicklungszielen der Agenda 2030 nicht erreicht werden – denn vor Ort werden Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Transformation konkret umgesetzt. Deswegen nehmen kommunale Vertreterinnen und Vertreter auch in diesem Jahr wieder am jährlichen High-Level Political Forum on Sustainable Development teil – dem entscheidenden UN-Gremium zur Abstimmung der globalen Nachhaltigkeits-Politik. Das Forum bringt Staaten, internationale Organisationen sowie weitere Akteure zusammen, um die Fortschritte bei der Umsetzung der Agenda 2030 zu bewerten und gemeinsame Lösungen zu finden, um die Ziele schneller zu erreichen.
Städtetagsvertreter als Teil der deutschen Delegation in New York
Am diesjährigen HLPF vom 6. bis 15. Juli 2026 in New York haben Bürgermeister und Bürgermeisterinnen sowie kommunale Vertreter und Vertreterinnen teilgenommen, darunter der Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg, Prof. Dr. Eckhard Würzner, Präsidiumsmitglied des Deutschen Städtetages sowie zugleich Leiter der deutschen Urban7 (U7)-Delegation, Vorsitzender des UN Forums of Mayors und Mitglied im internationalen Städtenetzwerk United Cities und Local Goverments (UCLG). Weitere Mitglieder der deutschen Delegation waren außerdem: Barbara Meyer, Bürgermeisterin von Saarbrücken, Michael Maas, Bürgermeister von Pirmasens, Dirk Wurm, Bürgermeister von Augsburg sowie Elis Schmeer von der Stadt Ulm.
Die Botschaft der Städtetagsvertreterinnen und -vertreter in New York war klar: Kommunen sind nicht nur Umsetzungsebene, sondern bringen praktische Expertise, Steuerungsverantwortung und Bürgernähe in den globalen Nachhaltigkeitsdiskurs ein. Rund zwei Drittel der aktuell insgesamt 234 SDG-Indikatoren, die den Stand der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele abbilden, haben einen direkten städtischen Bezug. Darüber hinaus leisten die Kommunen wichtige Beiträge zur Umsetzung der Agenda 2030 im Rahmen internationaler Partnerschaften und Kooperationen. Es geht nicht mehr ohne Städte.
Zentrale Themen der Städte beim HLPF
Aufbauend auf dem Schwung des Urban7 (U7) Mayors' Summit und der Verabschiedung der Erklärung von Nancy haben sich die Städtetagsvertreterinnen und -vertreter beim HLPF in New York dafür eingesetzt, die sogenannte Mehrebenen-Governance ("Multi-Level-Governance") weiter zu stärken, um Städte und Regionen bei der Gestaltung und Umsetzung globaler Lösungen als gleichberechtigte Partner einzubinden. Gerade vor dem Hintergrund des Sonderberichts des Weltklimarates (IPCC) zu Klimawandel und Städten, der Anfang 2027 veröffentlich werden soll, gewinnt dieser Ansatz weiter an Bedeutung.
Deutschland unterstützt kommunale Klimaschutz- und Resilienzstrategien unter anderem im Rahmen der Koalition für hochambitionierte Multi-Level-Partnerschaften (CHAMP): Aktuell unter deutsch-brasilianischem Vorsitz treiben Nationalregierungen gemeinsam mit kommunalen Vertreterinnen und Vertretern Klimapolitik voran. Zugleich engagieren sich deutsche Kommunen in internationalen Partnerschaften und leisten über die kommunale Entwicklungszusammenarbeit einen Beitrag zu globalem Austausch und Lernen.
Ein weiteres wichtiges Anliegen der Kommunen bei der Konferenz war die Schaffung einer verbesserten Datenbasis sowie eine stärkere Kohärenz bei der Umsetzung und Berichterstattung der SDGs. Viele Kommunen tragen hierzu bereits bei und legen ihre Fortschritte bei der Umsetzung der SDGs in Nachhaltigkeitsberichten dar, wie etwa in sogenannten Voluntary Local Reviews (VLRs) und richten ihre Planungs- und Haushaltsprozessen strategisch nach Nachhaltigkeitskriterien aus. Innovative digitale Ansätze, wie Open-Source-KI-Tool zur Unterstützung von VLRs, oder interaktive SDG-Dashboards optimieren diese Prozesse.
Mehr hierzu auf unserer Sonderseite zum kommunalen Nachhaltigkeitsmanagement