Kommunalpolitik in Deutschland und im globalen Süden vernetzen
34 Stadträtinnen, Gemeinderäte und Kreistagsmitgliedern aus Südafrika, Ghana, Malawi, Kenia und Deutschland sind vom 1. bis 3. Juni 2026 in der Kölner Hauptgeschäftsstelle des Deutschen Städtetages zum 3. Councillors' Roundtable zusammengekommen. Neben den Kommunalpolitikerinnen und -politikern nahmen auch Vertreterinnen und Vertreter der Städtevereinigungen NALAG aus Ghana und SALGA aus Südafrika an dem Treffen teil.
Die Veranstaltung versteht sich als Plattform für den Austausch von Ideen und Erfahrungen. Es geht darum, grenzenüberschreitend voneinander zu lernen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die länderübergreifend genutzt werden können.
Bereits zum dritten Mal ist die Deutsche Sektion des Rates der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE) Gastgeber des Roundtables. Der RGRE, der seinen Sitz beim Deutschen Städtetag in Köln hat, repräsentiert 800 europaengagierte Kommunen. Die kommunalen Spitzenverbände auf Bundesebene sind auch Mitglied. Derzeitiger RGRE-Generalsekretär ist der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Christian Schuchardt, der die Teilnehmenden des Runden Tisches in Empfang nahm und in die Begrüßungsrede hielt.
Kooperationspartner der Veranstaltung war wie bereits in den Vorjahren die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW). Finanziell unterstützt wurde die Veranstaltung von Platforma, einem europäischen Netzwerk für kommunale und regionale Entwicklungszusammenarbeit.
Kommunales Ehrenamt im Fokus
Ein wichtiges Ziel des Councillors' Roundtable war es, die ehrenamtliche Kommunalpolitik in Deutschland und im globalen Süden nachhaltig zu vernetzen. Während die Verwaltungsebenen und ihre Leitungen regelmäßig von internationalen Austauschen profitieren, ist eine Vernetzung des Ehrenamtes eine Ausnahme.
Dabei ist eine engagierte Kommunalpolitik ohne Ehrenamt nicht denkbar. Das kommunale Ehrenamt ist eine tragende Säule der lokalen Demokratie. Als Ideengeberinnen, Gestalter und Entscheiderinnen übernehmen ehrenamtliche Kommunalpolitikerinnen und -politiker eine große Verantwortung für das Gemeinwohl. Beim Roundtable in Köln ging um die Gestaltungsmöglichkeiten der ehrenamtlich Engagierten und deren Zusammenarbeit mit den Verwaltungen.
Wirtschaftsförderung, naturbasierte Lösungen und Digitalisierung auf der Themenagenda
Die drei großen Fachthemen des diesjährigen Roundtables waren Wirtschaftsförderung, naturbasierte Lösungen und Digitalisierung. Diese Themen sind nicht nur von globaler Bedeutung, sondern auch entscheidend für die Entwicklung unserer Kommunen.
Wirtschaftsförderung
In einer sich schnell verändernden Welt ist es unerlässlich, dass Städte und Gemeinden Rahmenbedingungen schaffen, die Unternehmertum und Innovation fördern. Die kommunale Wirtschaftsförderung sichert und schafft Arbeitsplätze und ist wegen der kommunalen Gewerbesteuer eine der bedeutendsten Einnahmequellen für Kommunen in Deutschland. Eine der Hauptfragen des Austauschs in Köln war: Wir können wir länderübergreifend gemeinsam Strategien entwickeln, um lokale Unternehmen zu unterstützen und internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit zu fördern?
Naturbasierte Lösungen zur Klimaanpassung
Klimawandel und Umweltzerstörung bringen weltweit große Risiken und Herausforderungen mit sich. Nature-based Solutions – kurz NbS – sind naturbasierte, nachhaltige und kosteneffiziente Maßnahmen, um sich besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen. NbS-Lösungen nutzen Prinzipien und Prozesse der Natur, um nachhaltige, widerstandsfähige und lebenswerte Städte zu gestalten. Beispiele sind Dach- und Fassadenbegrünungen oder die Renaturierung von Flüssen.
Kommunen haben bei der Planung und Umsetzung von naturbasierter Klimaanpassung eine Schlüsselrolle. Sie sind verantwortlich dafür, NbS auf öffentlichen Flächen umzusetzen und zu pflegen. Beim Roundtable haben sich die Teilnehmenden über bewährte Verfahren und innovative Ansätze naturbasierter Lösungen ausgetauscht.
Digitalisierung
Die Digitalisierung spielt eine entscheidende Rolle in der Transformation unserer Gesellschaften. Neue digitale Angebote bieten uns die Möglichkeit, Prozesse zu optimieren, den Zugang zu Informationen zu verbessern und die Bürgerbeteiligung zu fördern. Geleichzeitig muss sichergestellt werden, dass alle Menschen in unseren Kommunen, unabhängig von ihrem Hintergrund, Zugang zu den Vorteilen der Digitalisierung haben. Im Zentrum der Diskussionen in Köln stand die Frage, wie Kommunen digitale Lösungen nutzen können, um ihre Dienstleistungen zu verbessern und die Lebensqualität zu steigern.