Portal für nachhaltige Kommunen gestartet
Mit dem Portal für nachhaltige Kommunen steht Städten, Landkreisen und Gemeinden in Deutschland ab sofort ein neues digitales Werkzeug zur Verfügung, das kommunales Nachhaltigkeitsmanagement unterstützt. Das Portal hilft, bestehende Instrumente besser zu verzahnen, Fortschritte sichtbar zu machen und die Nachhaltigkeitsarbeit integriert zu steuern. Das Portal ist für Kommunen kostenfrei nutzbar – unabhängig von Größe, Ressourcen oder dem Entwicklungsstand ihres Nachhaltigkeitsmanagements. Voraussetzung ist lediglich eine einmalige Registrierung.
Das Portal ist eine Weiterentwicklung des bewährten SDG-Portals und wurde in einem Modellvorhaben seit Frühjahr 2024 gemeinsam mit 25 Modellkommunen und den Mitgliedern der Arbeitsgruppe "Nachhaltige Kommunen" zu einer digitalen Plattform für nachhaltige Kommunen ausgebaut. Betrieben wird das Portal von der Bertelsmann Stiftung, der Entwicklungsprozess wurde durch das Deutsche Institut für Urbanistik begleitet. Der Deutsche Städtetag ist Partner des Portals und hat aktuell den Vorsitz in der Arbeitsgruppe "Nachhaltige Kommunen".
Zentrale Funktionen des Portals
Das Portal für nachhaltige Kommunen bietet drei zentrale Funktionen:
- Es stellt standardisierte Kommunalprofile mit Nachhaltigkeitsindikatoren aus dem Datenportal „Wegweiser Kommune“ für alle Städte und Gemeinden ab 5.000 Einwohnerinnen und Einwohnern sowie alle Landkreise zur Verfügung.
- Darüber hinaus können kommunale Verwaltungen individuelle Profile anlegen und eigene Nachhaltigkeitsstrategien, sowie -berichte mit Zielen, Indikatoren und Maßnahmen hinterlegen. Dabei stehen bewährte Rahmenwerke als Vorlagen zur Verfügung, darunter der Berichtsrahmen Nachhaltige Kommune und die Agenda 2030.
- Die Rubrik Wissen enthält Anwendungswissen, Praxisbeispiele, erprobte Tools und Unterstützungsangebote – und wächst kontinuierlich.
Ein KI-gestütztes Tool erleichtert den themengenauen Zugriff auf relevante Inhalte aus Publikationen – kontextbasiert und unabhängig davon, an welcher Stelle des Portals sich Nutzende befinden. Im Netzwerk kommen alle Kommunen mit individuellem Profil sowie engagierte Partnerinnen und Partner zusammen, die ein gemeinsames Ziel verbindet: nachhaltige Entwicklung vor Ort voranzubringen, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu stärken. Das Portal setzt damit konsequent auf das "Wissen der Vielen" und auf wechselseitiges Lernen.
Integrierte Steuerung statt isolierter Einzelmaßnahmen
Das Portal schafft verlässliche Informationsgrundlagen als Voraussetzung für effiziente Entscheidungsprozesse. Es hilft, bestehende Instrumente des Nachhaltigkeitsmanagements zu integrieren und miteinander zu verknüpfen: Ziele, Indikatoren und Maßnahmen werden nicht länger isoliert betrachtet, sondern in einem kohärenten System gebündelt, aufeinander abgestimmt und laufend weiterentwickelt. Die Angebote des Portals stärken die strategische Handlungsfähigkeit der Kommunen, ermöglichen einen pragmatischen Umgang mit Komplexität und profilieren jede Kommune als aktive Gestalterin des Wandels. Gleichzeitig schaffen sie Transparenz – gegenüber der lokalen Politik, der Bürgerschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft sowie gegenüber Akteuren auf Landes-, Bundes- und internationaler Ebene und im Finanzsektor.
Technische Grundlage ist Open-Source-Software
Das Portal wird mit der OS-Software knot dots betrieben. Es setzt auf offene Schnittstellen und vermeidet Vendor-Lock-in-Effekte. Das heißt, dass die Kommunen und die Partner und Partnerinnen die Hoheit über ihre Daten behalten und diese jederzeit mitnehmen oder an anderer Stelle weiternutzen können. Außerdem wird das Portal auf der Basis von knot dots so betrieben, dass es den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) entspricht.
Die 25 Modellkommunen
Zu den Städten, Kreisen und Gemeinden, die als Modellkommunen ihre Erkenntnisse, Erfahrungen, Tipps und Instrumente auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit bereits auf dem Portal teilen, gehören die Städte Arnsberg, Augsburg, Detmold, Dortmund, Freiburg, Fürth, Lemgo, Hamburg, Gießen, Greifswald, Hamm, Kiel, Köln, Luckenwalde, Mannheim, Oldenburg, Pattensen, Stuttgart und die Landkreise Alb-Donau-Kreis, Anhalt-Bitterfeld, Böblingen, Lahn-Dill-Kreis, Heinsberg, Mettmann, Wolfenbüttel.
Die Schlüsselrolle der Kommunen beim Thema Nachhaltigkeit
Die Kommunen spielen eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Rund zwei Drittel der SDG-Unterziele lassen sich nur durch lokales Handeln erreichen. Ob Klimaschutz und Energie, Mobilität, Wohnen, Bildung oder Infrastruktur: Vor Ort entscheidet sich, ob die nachhaltige Entwicklung gelingt. Als freiwillige Aufgabe wird die komplexe Aufgabe des Nachhaltigkeitsmanagements unter Bedingungen knapper Kassen und begrenzter Personalressourcen in Kommunen häufig nur von wenigen Stellen oder einzelnen Personen koordiniert.
Zum Portal für nachhaltige Kommunen
Zum Präsidiumsbeschluss des Deutschen Städtetages von 2024 zum Aufbau des Portals
Übersicht von Nachhaltigkeitsstrategien, -berichten, -haushalten und -dashboards unserer Mitgliedsstädte.
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