Grenzüberschreitender Austausch zur Wiederherstellung der Natur
Die Stadt Trier hat gemeinsam mit dem Europäischen Ausschuss der Regionen und dem grenzüberschreitenden Städtenetz Quattropole einen EU-Lokaldialog mit rund 70 Teilnehmenden unter dem Motto "Stadtgrün verbindet" durchgeführt. Im Fokus stand die Umsetzung der EU-Verordnung über die Wiederherstellung der Natur (WVO) in der kommunalen Praxis.
Die Verordnung gilt seit Sommer 2024. Ziel ist es, Ökosysteme in Europa wiederherzustellen und langfristig zu erhalten. Für die Städte ist insbesondere Artikel 8 zu städtischen Ökosystemen relevant, welcher Vorgaben zu städtischen Grünflächen und zur städtischen Baumüberschirmung, das heißt die von Baumkronen bedeckten Bereiche, enthält.
Best Practices aus den beteiligten Städten
Wolfram Leibe, Oberbürgermeister von Trier, vertritt den Deutschen Städtetag im Europäischen Ausschuss der Regionen. Aufgrund der Relevanz des Themas lud er zu einem EU-Lokaldialog ein, bei dem Fachleute aus den vier Städten des Städtenetzes Quattropole Luxemburg, Metz, Saarbrücken und Trier Modellbeispiele präsentierten und politische Vertreterinnen und Vertreter über Machbarkeit und Umsetzung diskutierten. Ziel war es, frühzeitig über Chancen und Herausforderungen der WVO zu sprechen und gleichzeitig die Institutionen der Europäischen Union näher an die Bürgerinnen und Bürger heranzuführen und Diskussionen über die EU-Politik sowie ihre Auswirkungen zu ermöglichen.
Wie die Umsetzung der WVO gelingen kann, zeigten Expertinnen und Experten aus den vier Städten auf: Das französische Metz etwa setzt auf die Begrünung von Schulhöfen, um asphaltierten Hitzeinseln vorzubeugen. Zudem soll eine ehemalige Militärbrache entsiegelt und ein Stadtwald darauf gepflanzt werden. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet und in diesem Rahmen regelmäßig die Umgebungstemperatur gemessen und die Bodenqualität überprüft.
Satellitendaten für kommunale Klimaanpassung
In Saarbrücken sorgen eine Begrünungs- und eine Baumschutzsatzung für den Erhalt der Natur. Des Weiteren unterstützt die Stadt beim Rückbau von ökologisch nicht sinnvollen Schottergärten. Luxemburg-Stadt setzt unter anderem auf die Renaturierung von Bächen, die Begrünung von Gebäuden sowie öffentlichen Plätzen. Tun sich in Luxemburg Gemeinden zusammen, um in den Umweltschutz zu investieren, fördert der Staat dieses Engagement zusätzlich.
Trier greift im Rahmen des "Urban Green Eye"-Projekts auf Satellitendaten für die kommunale Klimaanpassung zurück. Daraus kann unter anderem die Fläche abgelesen werden, die direkt von Vegetation überschirmt ist. Dieser sogenannte Beschirmungsgrad liefert wichtige Rückschlüsse zur Verschattung und der vorhandenen urbanen grünen Infrastruktur. Ein konkretes Beispiel aus Trier ist die Umgestaltung des Paulusplatzes: Statt Schotter bietet er nun Schatten durch klimaresiliente Bäume, die durch ein innovatives Bewässerungssystem versorgt werden, Grün durch Hochbeete und mehr Sitzgelegenheiten. Zudem wird der Alleenring ab 2027 umgestaltet und stärker vernetzt, um für ein besseres Stadtklima, mehr Lebensqualität und mehr Natur mitten in der Stadt zu sorgen.