Berlin
19.07.2023

Gewässerschutz-Kampagne "Hai-Alarm am Plötzensee"

Die Stadt Berlin setzt sich im Rahmen der Kampagne für einen nachhaltigen Umgang mit dem Gewässer ein.
Die Stadt Berlin setzt sich im Rahmen der Kampagne für den nachhaltigen Umgang mit dem Gewässer ein.

Bereits im vergangenen Sommer hat das Berliner Bezirksamt Mitte mit einer orignellen, humorvollen "Hai-Alarm" Kampagne auf das stark gefährdete Ökosystem rund um den Plötzensee hingewiesen.

Der 7,7 Hektar große Plötzensee im Berliner Stadtteil Wedding ist ein sehr beliebtes Badegebiet. Dabei trampeln die Menschen das Ufer platt. Außerdem wird der See immer wärmer, das stellt eine zusätzliche Belastung für das Ökosystem dar. Als Folge droht der See umzukippen. Da das Problem weiterhin virulent ist, führt das Bezirksamt auch in diesem Jahr die Kampagne fort.

Die Kampagne "Hai-Alarm am Plötzensee"

Mit auffälligen Plakaten und Schildern mit Haimotiven am Ufer wird auf das Problem aufmerksam gemacht, um bei den Besucherinnen und Besuchern mehr Achtsamkeit und Rücksicht zu erreichen. Mit einer Installation von Haiflossen im See soll Verwirrung gestiftet werden: Schwimmen wirklich Haie im Plötzensee?. Der Hai-Alarm soll zum Schmunzeln bringen und ein Eye-Catcher sein, aber hauptsächlich zum Nachdenken anregen. Begleitet wird die Kampagen auch in den sozialen Medien. Zudem klären Stadtnaturrangerinnen und -ranger vor Ort über das Problem auf.

Weiterhin hat das Strandbad Plötzensee ein preisgünstiges Kurzeitticket eingeführt, um auch attraktiv für Menschen zu sein, die nur mal kurz baden wollen. Das Ordnungsamt hat 2022 seine Kontrollen rund um den Plötzensee verstärkt. Wer sich unerlaubterweise im unbefestigten Uferbereich aufhielt, erhielt eine Verwarnung und musste eine Strafe von mindestens 50 Euro zahlen. Mehr als 500 Verstöße wurden geahndet.

Gewässerschutz ist Klimaschutz!

Es ist absolut nachzuvollziehen, dass der Sprung ins kühle Nasse verlockend ist. Und natürlich darf im Plötzensee gebadet werden! Allerdings nicht überall. Denn viele Uferbereiche gehören zum Landschaftsschutzgebiet. Das unbefestigte Ufer bietet Raum für Brutstätten und ist Rückzugsort von Wasservögeln und anderen Tieren. Auch befinden sich dort viele Pflanzen, die für das ökologische Gleichgewicht des Sees unverzichtbar sind.

Der große Andrang an den Ufern des Sees hat in den vergangenen Jahren viele Tier und Pflanzenarten vertrieben: Tiere sind verschwunden, die eigentlich gerne im Uferbereich brüten, Pflanzen sind plattgetreten worden. Der Boden ist so verdichtet, dass neue Pflanzen kaum noch wachsen können und der Schilfgürtel, der einen See eigentlich ausmacht und der einen besonders wichtigen Rückzugsort für Tiere bildet, existiert kaum noch. Wenige Arten bedeuten, dass ein Ökosystem schlechter mit Herausforderungen und Veränderungen umgehen kann – wie zum Beispiel den immer weiter steigenden Temperaturen durch den Klimawandel.

Weitere Informationen zur Kampagne

Handwerker setzen Solaranlage auf Hausdach

Mehr zum Thema Klimaanpassung in den Städten erfahren?

Auf unserer Schwerpunktseite "Klima und Energie" finden Sie aktuelle Informationen dazu auf einen Blick.

Zur Themenseite

Mehr zu