Quedlinburg
05.02.2024

Projekt "Sonnenblumen-Kinder"

Regelmäßiger Austausch bei Kuchen, Keksen, Tee und Kakao für Kinder aus der Ukraine – in ukrainischer und deutscher Sprache.

Seit kurzem gibt es das regelmäßige kostenlose Angebot "Sonnenblumen-Kinder" im Quedlinburger Familienzentrum mit zwei Ukrainnerinnen, an dem rund 15 Kinder aus der Ukraine im Alter von fünf bis 14 teilnehmen.

Eine Sprachwissenschaftlerin und Übersetzerin, sowie eine Psychologin, sind im Sommer 2022 mit ihren Kindern als Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine nach Deutschland gekommen. Sie haben fleißig die deutsche Sprache erlernt und wissen aus eigener Erfahrung, dass sich die ukrainischen Kinder soweit gut in ihrer neuen Heimat eingelebt haben. Aber die Kinder leiden teilweise sehr unter den traumatischen Kriegserfahrungen. Insbesondere vermissen sie ihre Großeltern und natürlich ihre Väter, die sie seit Kriegsbeginn nicht mehr gesehen haben. Sie haben Angst um ihre Väter, die als Soldat im Krieg kämpfen müssen. Manche haben auch Verwandte und Freunde im Krieg verloren. Aus Dankbarkeit für die Aufnahme ihrer Familien in Quedlinburg haben die Beiden an die Flüchtlingshilfe und an das Familienzentrum der Welterbestadt Quedlinburg gewandt und ihr Konzept "Sonnenblumen-Kinder" vorgestellt.

Sie wollen sich in unsere Gesellschaft einbringen und den Kindern bei der Bewältigung ihrer alltäglichen Probleme helfen. Die Stadt Quedlinburg war sofort begeistert. Nunmehr treffen sich die "Sonnenblumen-Kinder" regelmäßig bei selbst gebackenen Kuchen, Keksen, Tee und Kakao und berichten erst in ihrer Muttersprache und dann in deutscher Sprache über all die Dinge, die sie in der letzten Woche erlebt haben oder was sie bedrückt: Es kann das gute Ergebnis der letzten Klassenarbeit sein oder die Sorge um den Vater an der Front, zu dem nur unregelmäßig telefonischer Kontakt besteht. Es wird auch gespielt, gebastelt, gesungen und zum Abschluss gibt es immer eine Disco, auf die sich die Kinder besonders freuen. Ganz nebenbei lernen die Kinder spielerisch auch noch etwas Deutsch.

(Quelle: Stadt Quedlinburg)