Folgen der Unwetterkatastrophe
16.07.2021

"Die Unwetter und ihre Folgen sind eine Katastrophe"

Burkhard Jung, Präsident des Deutschen Städtetages, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zur Unwetterkatastrophe und zur Klimaanpassung

Der Präsident des Deutschen Städtetages, Burkhard Jung, sprach gegenüber der Deutschen Deutschen Presse-Agentur das Mitgefühl für die Betroffenen der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands aus:

  • Porträt von Burkhard Jung, von 2019 bis 2021 Präsident des Deutschen Städtetages, ab 2021 Vizepräsident

"Uns allen geht nahe, dass viele Menschen ihr Leben verloren haben und es immer noch Vermisste gibt. Für die deutschen Städte spreche ich den Familien und Freunden der Verstorbenen unser Mitgefühl aus."

Die Aussagen von Burkhard Jung im Wortlaut:

"Die Unwetter und ihre Folgen sind eine Katastrophe. Uns allen geht nahe, dass viele Menschen ihr Leben verloren haben und es immer noch Vermisste gibt. Für die deutschen Städte spreche ich den Familien und Freunden der Verstorbenen unser Mitgefühl aus.

Das ganze Land und ganz besonders die betroffenen Städte, Gemeinden und Regionen sind schockiert über die dramatischen Folgen dieser Naturgewalt. Unsere Gedanken sind auch bei den zahlreichen Einsatzkräften und bei den Kolleginnen und Kollegen in der Kommunalpolitik vor Ort. Es ist gut, dass der Bund und die betroffenen Länder Hilfe zugesagt haben. Die Menschen, die ihre Wohnungen, ihre Existenzen und ihr Hab und Gut verloren haben, werden diese Hilfe dringend brauchen.

Nicht zum ersten Mal erleben wir die Folgen von Starkregen und Hochwasser. Aber diesmal hat es unser Land besonders hart getroffen. Weil der Klimawandel voranschreitet, müssen wir leider damit rechnen, dass Extremwetter-Ereignisse in Zukunft noch häufiger vorkommen werden. Dazu gehören auch Dürreperioden oder Stürme.

Klimafolgen wie Hitzewellen, Dürren und Starkregen sind nicht mehr wegzureden. Sie sind Realität. Die Städte wissen, dass auch sie gegen diese Gefahren vorbeugend tätig werden müssen. Viele Städte haben bereits gute Maßnahmen ergriffen, um sich den Klimafolgen anzupassen.

Aber klar ist auch: Wir müssen in den Kommunen diesen Weg konsequent weitergehen. Und der Bund muss beim Klimaschutz mutigere Entscheidungen treffen. Wir dürfen keine Zeit verlieren. Wir müssen das Ziel der Klimaneutralität so schnell wie möglich erreichen, um den Schäden durch Extremwetter-Katastrophen besser begegnen zu können.

Die Städte planen und bauen auf Grundlage der Klimaprognosen, um die Bevölkerung und die kommunale Infrastruktur vor den Klimaveränderungen zu schützen. Und sie entwickeln Gefahrenkarten, um die Bevölkerung darüber aufzuklären, wo bei Starkregen Überschwemmungen auftreten können. Um Starkregen-Ereignisse und Hochwasser-Lagen abzumildern, werden zudem mehr Kapazitäten für Oberflächenwasser geschaffen. Das geht etwa mit mehr Grünflächen und dem Ausbau von Rückhaltebecken für Hochwasser. In einigen Städten laufen auch Renaturierungen von Wasserläufen, um den Flüssen und Bächen wieder mehr Platz bei hohen Pegelständen zu geben."

"Städtetag: Beim Klimaschutz mutigere Entscheidungen treffen" - zum Bericht der dpa auf sueddeutsche.de

Hintergrund

Der Deutsche Städtetag hat 2019 eine Handreichung "Anpassung an den Klimawandel in den Städten" veröffentlicht, die von vielen Städten genutzt wird.

Zur Handreichung