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Coburg, Gütersloh, Hamm, Memmingen, Solingen 30.03.2026

Digital-Award für besonders innovative Projekte verliehen

Fünf Mitgliedsstädte des Deutschen Städtetages erhielten Preise für digitale Exzellenz.

Für besonders innovative Digitalprojekte sind mehrere Mitgliedsstädte des Deutschen Städtetages mit dem Digital-Award 2026 ausgezeichnet worden. In der Kategorie "Städte und Gemeinden bis 100.000 Einwohnende" hat die Stadt Coburg den ersten Preis für ihren Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in der Ausländerbehörde erhalten. Die Stadt Memmingen folgt auf Platz 2 mit ihrer zentralen Wissens- und Steuerungsplattform “mm360°”. Auf Platz 3 in der Kategorie: die Stadt Bad Oeynhausen, ebenfalls mit KI-Systemen.

In der Kategorie “Städte und Gemeinden über 100.000 Einwohnende” hat die Stadt Gütersloh mit “Urban Stack”, einer gemeinschaftlichen Infrastruktur für digitale Souveränität, den ersten Platz erreicht. Platz 2 in dieser Kategorie belegt die Stadt Hamm, die Verwaltungsprozesse automatisiert, um Mitarbeitende zu entlasten. Die Stadt Solingen hat Platz 3 erreicht mit ihrem “integrierten OZG-Ökosystem”.

Drei Preise wurden außerdem in der Kategorie “Landkreise, Ministerien und sonstige Behörden” vergeben.

Coburg

Von der Akte zum Bescheid: KI in der Ausländerbehörde, die wirkt

Die Stadt Coburg hat gemeinsam mit einem Start-up eine KI-Assistenz entwickelt, die die fachliche Fallbearbeitung strukturiert unterstützt: von der Sichtung der Akten bis zur Bescheiderstellung. Die KI liefert kontextbezogene, rechtlich orientierte Unterstützung – die Entscheidung bleibt bei den Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern. Nach Angaben der Stadt werden in relevanten Prozessen bereits Zeitersparnisse von über 80 Prozent pro Fall erreicht.

Der Ansatz ist grundsätzlich auf andere Ausländerbehörden oder Rechtsbereiche mit komplexen Akten übertragbar. Voraussetzung sind digitale Aktenstrukturen sowie die fachliche und technische Integrationsfähigkeit in bestehende Verfahren.

Memmingen

mm360° – Zentrale Wissens- und Steuerungsplattform der Stadt Memmingen

Ziel der “mm360°” als zentrale Wissens- und Steuerungsplattform ist es, Verwaltungswissen zu bündeln, Prozesse zu dokumentieren und Projekte zentral zu steuern. Herzstück ist ein Wiki, in dem tausende Verwaltungsprozesse erfasst, miteinander verknüpft und laufend aktualisiert werden. Zusätzlich unterstützt ein KI-gestütztes System dabei, diese Prozesse zu erfassen, zu pflegen und zu verbessern. Dadurch sollen Informationen aktueller und vollständiger sein, als es rein manuell möglich wäre.

Die Plattform wird auch genutzt, um Digitalisierungs- und Organisationsprojekte zu koordinieren. Dabei sind Fortschritt, Zusammenhänge und Prioritäten zentral einsehbar, was Entscheidungen erleichtert. Ein weiterer Punkt ist die Auswertung von Kennzahlen: Fortschritte und Ressourceneinsatz werden automatisch erfasst und sichtbar gemacht, sodass Leitung und Politik besser nachvollziehen können, was passiert.

Gütersloh

Urban Stack

Der Urban Stack verbindet eine urbane Datenplattform mit Funktionen einer Business Suite und stellt damit eine technische Basis bereit, auf der Kommunen schneller ins Umsetzen kommen. Das System ist modular aufgebaut und als vollständiges Ökosystem gedacht: Standardmodule wie Datenvisualisierung können um weitere Anwendungen ergänzt werden.

Kern des Konzepts ist der gemeinschaftliche Betrieb der Infrastruktur – bei gleichzeitiger Datenhoheit der einzelnen Kommunen. Jede teilnehmende Kommune behält die volle Kontrolle über ihre Daten, nutzt aber eine gemeinsame technische Grundlage. So sollen Know-how in den Verwaltungen aufgebaut, Abhängigkeiten reduziert und Investitionen besser nutzbar gemacht werden. Besonders relevant ist der wirtschaftliche Hebel: Statt dass jede Kommune eine eigene Infrastruktur aufbaut und finanziert, werden Betrieb und Weiterentwicklung geteilt.

Hamm

Intelligent Automatisieren statt nur Digitalisieren

Die Stadt Hamm baut seit Anfang 2024 Robotic Process Automation (RPA) strategisch auf. Ziel ist es, wiederkehrende, regelbasierte Tätigkeiten zu automatisieren, Mitarbeitende zu entlasten und die Verwaltung wirtschaftlicher und zukunftsfähiger zu machen. Ergänzend erprobt Hamm intelligente Prozessautomatisierung mit selbstbetriebener KI. Die Technik läuft in der eigenen Infrastruktur und eigenes Personal wird dafür ausgebildet. Aktuell sind 17 automatisierte Prozesse ein Einsatz und es wird aktiv nach weiteren Anwendungsfällen gesucht.

Mit künstlicher Intelligenz soll weiter automatisiert werden, Dokumente automatisch ausgelesen, wichtige Informationen erkannt und richtig abgelegt werden. Die Stadt Hamm testet zum Beispiel die automatische Verarbeitung von Bescheinigungen in der Personalverwaltung.

Solingen

Vom Serviceportal zur Smart City: Das OZG-Ökosystem neu gedacht!

Solingen verfolgt den Ansatz eines integrierten OZG-Ökosystem: Inhalte werden strukturiert und maschinenlesbar erfasst. Das System ist darauf ausgelegt, Informationen kanalübergreifend auszuspielen: von der Webseite über mobile Anwendungen bis zu digitalen Anzeigetafeln. Neben Online-Dienstleistungen bündelt Solingen auch weitere Inhalte, etwa Kriseninformationen, politische Informationen und Beiträge aus der Stadtgesellschaft. Automatisierte Prozesse reduzieren manuelle Pflegeaufwände und unterstützen eine konsistente Aktualität – ein wichtiger Hebel, wenn Ressourcen knapp sind und gleichzeitig die Erwartung an digitale Services steigt.

Über den Digital-Award

Der Digital-Award ist in diesem Jahr bereits zum fünften Mal an Kommunen, Landkreise und Behörden vergeben worden. Mit der Auszeichnung sollen digitale Exzellenz und ihre Protagonisten stärker ins Scheinwerferlicht gerückt werden. Ausrichter des Awards ist KommDIGITALE in Kooperation mit der Verwaltungsfachmesse KOMMUNALE. 

Die Fachjury, welche sich aus Digitalisierungs-Profis aus der öffentlichen Verwaltung sowie Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammensetzt, bewertete die über 50 eingereichten Projekte. Die drei pro Kategorie von der Jury am besten bewerteten Projekte stellten sich als Finalisten im DIGITAL-Kongress der KommDIGITALE vor. Über die abschließende Platzierung entschied ein öffentliches Online-Voting.