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Berlin, Gelsenkirchen, Mannheim, Wuppertal 22.07.2026

Neue Maßnahmen gegen illegale Müllentsorgung

Ausgewählte aktuelle Initiativen und Pilotprojekte gegen ordnungswidrige Müllansammlungen im Stadtraum

Ausgediente Matratzen, defekte Waschmaschinen, kaputte Regale in vielen Städten wird regelmäßig Sperrmüll illegal auf der Straße entsorgt. Solche Ablagerungen sind nicht nur unschön, versperren die Wege und senken das Wohlbefinden der Menschen und damit die Lebensqualität in unseren Städten. Zudem kosten die Ordnungswidrigkeiten den Behörden wie etwa den Ordnungsämtern, den Grünflächenämtern und den kommunalen Entsorgungsbetrieben auch viel Zeit und Geld, denn die Müllentsorgung ist teuer. Gerade in Zeiten knapper Kassen ist das eine große Herausforderung für die Städte.

Um gegen illegale Müllansammlungen vorzugehen, haben die Städte viele Ideen entwickelt und Maßnahmen erprobt. Im Folgenden möchten wir einige ausgewählte aktuelle Ansätze aus unseren Mitgliedsstädten vorstellen. 

Berlin

Kampagne zur Stadtsauberkeit

Um das Thema der illegalen Müllentsorgung stärker in den Fokus rücken, hat das Land Berlin gemeinsam mit den Berliner Bezirken und den Berliner Stadtreinigungsbetrieben (BSR) vor wenigen Monaten die Kampagne "Einfach abstellen hat seinen Preis" ins Leben gerufen. Im Layout eines Möbelkatalogs informiert die Stadt zu den Kosten der illegalen Ablagerungen – die Bußgelder dafür sind im vergangenen Jahr spürbar erhöht worden – und darüber, wie Sperrmüll korrekt entsorgt werden kann. Die Informationen sind in mehreren Sprachen auf den sozialen Netzwerken ausgespielt worden, sind auf Plakaten, digitalen Tafeln und auf Bildschirmen in den U-Bahnen zu sehen. Informationsmaterialien und die Webseite unter berlin.de/stadtsauberkeit unterfüttern die Kampagne mit Details zu den Bußgeldern und zu legalen Entsorgungsmöglichkeiten.

Weitere Initiativen

Mit weiteren Ideen schaffen die Berliner Bezirke Anreize für die Bürgerinnen und Bürger, den eigenen Müll richtig zu entsorgen und dazu beizutragen, die Bezirke und Kieze sauber zu halten: etwa mit dem günstigen BSR-Sperrmüll-Abholservice, der Tiptapp-App zur Transporthilfe bei der Sperrmüllentsorgung, den entgeltfreien Kieztagen mit Entsorgungsmöglichkeiten vor der eigenen Haustür und einem Tausch- und Verschenkmarkt, bei dem gut Erhaltenes abgegeben werden kann. Zudem unterstützt das "Kehrenbürger-Projekt" ehrenamtliche Verschönerungs- und Putzaktionen in den Kiezen.

Gelsenkirchen

Mobile Überwachungseinheit

Seit Juli 2026 setzt die Stadt Gelsenkirchen in Kooperation mit dem kommunalen Entsorgungsunternehmen Gelsendienste eine mobile Überwachungseinheit ein, die – unter Einsatz von Videoüberwachung – für ein sicheres Umfeld an ausgewählten Depotcontainer-Standorten sorgen soll. So sollen vor allem gefährliche Müllablagerungen zeitnah festgestellt und beseitigt werden. Voraussetzung für die Auswahl eines Standorts ist eine konkrete Gefahrenlage für Leben, Eigentum oder Gesundheit. Ein Zugriff auf unverpixelte Bilddaten erfolgt nur bei schwerwiegenden Einzelfällen 

Mannheim

Digitale Erfassung von Sauberkeit im öffentlichen Raum

Im Rahmen eines Pilotprojektes erfasst der Stadtraumservice Mannheim und der Smart City Mannheim GmbH mithilfe optischer Sensoren auf kommunalen Fahrzeugen automatisiert Daten zur Sauberkeit im öffentlichen Raum. In einer viermonatigen Pilotphase geht es bei dem Projekt zunächst um die Frage, ob sich unterschiedliche Arten von Abfällen – von großteiligen Ablagerungen bis hin zu kleinteiligem Littering – zuverlässig durch optische Sensoren erkennen lassen. Dazu werden Kameras auf Abfallsammelfahrzeugen und Kehrmaschinen montiert, die im Rahmen ihrer regulären Touren Daten zu Zeit, Ort und Art der Verschmutzung erfassen. Großteilige Müllablagerungen sollen außerdem zukünftig mit angemeldetem Sperrmüll abgeglichen werden, um illegale Müllablagerungen zu erkennen. Dabei entsprechen alle eingesetzten Systeme den Vorgaben gemäß Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). 

Von den gewonnenen Informationen erhofft sich die Stadt eine verlässliche Grundlage sowohl für die Einsatzplanung der Stadtreinigung, etwa zur Optimierung von Reinigungsrouten oder zur gezielteren Abholung von wilden Müllablagerungen, als auch für weitere strategische Entscheidungen. 

Banner-Aktion gegen "Wilde Ablagerungen"

Im vergangenen Herbst hat die Stadt Mannheim zudem eine Banner-Aktion gestartet, um auf die Problematik von "Wilden Ablagerungen" im öffentlichen Raum aufmerksam zu machen und zu erklären, wie Sperrmüll korrekt entsorgt wird. Um zu zeigen, dass ein Fehlverhalten vorliegt, kennzeichnet der Stadtraumservice an bekannten Hotspots im Stadtgebiet illegale Müllansammlungen mit Hinweisbannern sowie einem auffälligen Klebeband. Die Aufschrift des Klebebandes "Nicht angemeldeter Sperrmüll" zeigt, dass es sich nicht um regulär angemeldeten Sperrmüll handelt. Die Banner mit der Aufschrift "Mama/Papa Mannheim sagt: 'So war räum dein Zimmer auf!' nicht gemeint!" und einem Hinweis auf die Behördennummer 115 sowie einer QR-Code-Verlinkung zum Sperrmüll-Online-Formular, erklären mit einem Augenzwinkern, wie Sperrmüll richtig entsorgt wird.

Wuppertal

Mülldetektive an Depotcontainer-Standorten

Zwei bis drei Mal pro Woche und nach Bedarf reinigt die Abfallwirtschaftsgesellschaft der Stadt Wuppertal (AWG) ihre mehr als 440 Depotcontainer-Standplätze für Altglas, Altpapier, Elektrokleingeräte und Altkleider. Und doch kommt es rund um die Container immer wieder zu illegalen Ablagerungen. Die Bandbreite reicht von Restmüllsäcken über Bauschutt bis hin zu Großverpackungen und sperrigen Kartonagen aller Art.

Um gegen wilde Müllansammlungen an den Container-Standorten vorzugehen setzt die Stadt neben kürzlich erhöhten Bußgeldern auch auf Mülldetektive: Das vor gut einem Jahr neuformierte, vierköpfige Team aus erfahrenen Müllwerkern nimmt die Depotcontainer-Standorte ins Visier, dokumentiert die Missstände und sorgt für deren schnelle Beseitigung.

Übrigens dürfen die AWG-Mülldetektive selbst weder Verwarnungen aussprechen noch Bußgelder verhängen. Das ist Sache der Stadt Wuppertal. Bislang kommen pro Jahr mehrere hundert Anzeigen zusammen.

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