Bildungseinrichtungen erhalten Deutschen Lesepreis 2026
Verleihung des Deuschen Lesepreises 2026 an 16 Preisträger am 5. Februar 2026 in Berlin.
Für ihre besonders kreativen Projekte bei der Vermittlung von Lesefähigkeit sind das Stadtschulamt Frankfurt am Main, die Zittauer Christian Weise Bibliothek und die Stadtbibliothek Naumburg & Partner mit dem Deutschen Lesepreis ausgezeichnet worden. Die Einrichtungen sind in der Kategorie "Herausragendes kommunales Engagement" gewürdigt worden. Die Kategorie wird vom Deutschen Städtetag und der Deutschen Fernsehlotterie gefördert.
Insgesamt haben 16 Personen und Einrichtungen für ihren vorbildlichen Einsatz für die Leseförderung eine Auszeichnung beim diesjährigen Deutschen Lesepreis der Stiftung Lesen und der Commerzbank-Stiftung erhalten. Eine Jury hat die Preisträger aus 400 Einreichungen ausgewählt. Die Auszeichnungen verteilen sich auf fünf unterschiedliche Kategorien und einen zusätzlichen Sonderpreis.
Kategorie "Herausragendes kommunales Engagement"
Die Preisträger im Überblick
1. Platz: Christian Weise Bibliothek: "Lesekinder Görlitz" (Zittau in Sachsen)
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V.l.nr.: Julia Rasem, Carola Becker, Carola Vogel, Christian Zedel
Stiftung Lesen/Sascha Radke
Die "Lesekinder Görlitz" geben seit 2009 eine überzeugende Antwort auf die Frage, wie man Kinder im ländlichen Raum erreicht. Rund 70 Lesepatinnen und Lesepaten besuchen regelmäßig 63 Kitas und 11 Grundschulen, organisieren jährlich hunderte Vorlesestunden, Sonderaktionen mit Fahrbibliothek, Autorenbegegnungen oder Theaterbesuche und bringen Kinder mit dem Projektbus in die Bibliothek.
2. Platz: Stadtschulamt Frankfurt am Main: "Frankfurter Bücherkoffer" (Frankfurt am Main in Hessen)
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V.l.nr.: Laudatorin Rebecca Immanuel, xx, Claudia Landmann, Katharina Keller, Uta Clifton, Susanne Rosenfeld, Sibylle Figge, Manuela Grab
Stiftung Lesen/Sascha Radke
Jeder Bücherkoffer bringt zwölf bilinguale Bilderbücher in über 50 Sprachen in die Elternhäuser von über 3.500 Grundschulkindern mit einer nichtdeutschen Familiensprache und einem erschwerten Zugang zu Bildung. Woche für Woche wandern die Koffer und ermuntern die Eltern, mit ihren Kindern zu lesen und zu sprechen.
3. Platz: Stadtbibliothek Naumburg & Partner: "An die Bücher, fertig, LosLesen!" (Naumburg in Sachsen-Anhalt)
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V.l.nr.: Laudatorin Rebecca Immanuel, Sandra Graneist, Kategoriepartner Christian Schuchardt, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Antje Key
Stiftung Lesen/Sascha Radke
Eine Sammlung von Bilderbüchern wird vorgelesen und diskutiert, aus denen die Kinder schließlich die eigenen Favoriten auswählen. Im Anschluss werden die Lieblingsbücher kreativ inszeniert und per Plakat, Broschüre und einer mehrmonatigen Ausstellung der Stadtgesellschaft präsentiert. Das Engagement der Kinder verlängert sich damit aus der Kita hinaus und bindet ihre Familien und weitere Interessierte mit ein.
Preisverleihung in Berlin
Die festliche Übergabe des mit insgesamt 25.000 Euro dotierten Preises fand am 5. Februar 2026 im im Humboldt Carré mit rund 250 geladenen Gästen statt darunter auch der Schirmherr des Preises, Kulturstaatsminister Dr. Wolfram Weimer, und die Lesebotschafterinnen und Lesebotschafter Clarissa Corrêa da Silva, Marc Dumitru, Rebecca Immanuel, Britta Sabbag und Nicole Staudinger. Christian Schuchardt, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, nahm an der Preisverleihung ebenfalls teil.
Der Deutsche Lesepreis
PISA-, IGLU-, Vorlesemonitor der Stiftung Lesen und IQB-Berichte zeigen für die Lesekompetenz von Kindern in Deutschland seit Jahren große Defizite auf: Ein Viertel der Kinder und Jugendlichen kann nicht gut lesen. Ihnen wird kaum oder nur wenig vorgelesen und sie verfügen nur über eine (sehr) schwache Lesekompetenz. Um die Leseförderung für junge Menschen zu stärken und öffentlich sichtbar zu machen, vergeben die Stiftung Lesen und die Commerzbank-Stiftung seit 2013 den Deutschen Lesepreis in den sechs Kategorien individuelles und kommunales Engagement, Sprach- und Leseförderung in Kitas und in Schulen, Leseförderung mit digitalen Medien sowie prominentes Engagement.
Mehr Informationen: www.deutscher-lesepreis.de