BAMF
16.02.2026

Integrationskurse: Einschränkungen "kein gutes Signal"

Christian Schuchardt, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, gegenüber der Funke Mediengruppe

Der Deutsche Städtetag zeigt sich besorgt um die Zukunft der Integrationsangebote vor Ort. Hintergrund ist, dass das Bundesinnenministerium den Zugang zu Integrationskursen einschränkt und keine Personen mehr zulassen will, die freiwillig an den Kursen teilnehmen. Diese sehr kurzfristig bekannt gegebene Änderung der bisherigen Praxis kann in bestimmten Fällen vor Ort den Fortbestand der Integrationskurse insgesamt gefährden. Christian Schuchardt, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, sagte dazu den Zeitungen der Funke Mediengruppe:

"Die Entscheidung des Bundesinnenministeriums ist kein gutes Signal in die Städte. Die freiwilligen Teilnehmer an Integrationskursen machen rund die Hälfte aller Teilnehmenden aus.

Wenn diese Teilnehmer wegbrechen, kann vielerorts die Mindestteilnehmerzahl der Kurse nicht mehr erreicht werden.

Die in den Kursen vermittelte Sprachkompetenz und das Orientierungswissen über Deutschland ist der Schlüssel für den gesellschaftlichen Zusammenhalt vor Ort.

Wenn wir von Zugewanderten zurecht Integrationsbereitschaft einfordern, erscheint es nicht hilfreich, gerade den Zugang zu Integrationsangeboten genau für diejenigen einzuschränken, die auf eigene Initiative teilnehmen wollen.

Gerade für Integrationswillige brauchen wir Integrationsangebote, ansonsten dauert die Integration einfach viel länger, wenn sie überhaupt gelingt.

Auch finanziell betrachtet sind fehlende Integrationskurse für die Städte eine echte Belastung.

Jeder Geflüchtete und Asylbewerber, der in Arbeit kommt, entlastet die Städte von Sozialausgaben. Ohne Integrationskurse wird eine Arbeitsaufnahme aber fast unmöglich.

Aus Erfahrung wissen wir, dass wenn die Struktur an Integrationsangeboten mit Trägern und Lehrkräften erst einmal weggebrochen ist, es unglaublich schwer wird, diese Angebote wieder neu aufzubauen." Schuchardt weiter:

"Das Ministerium sollte daher die Einschränkungen beim Zugang zu Integrationskursen noch einmal überdenken, denn die haushalterischen Ersparnisse führen zu Folgekosten, die die Stadtgesellschaften vor Ort viel teurer kommen."

Zu einem Artikel mit den Aussagen von Christian Schuchardt auf www.morgenpost.de