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Hauptgeschäftsstelle des Städtetages in Köln 11.03.2026

Gedenktafel für Künstlerin Olga Oppenheimer enthüllt

Die Tafel erinnert an das künstlerische Wirken von Olga Oppenheimer und an ihr Schicksal während der Zeit des Nationalsozialismus.

Der Deutsche Städtetag erinnert seit heute mit einer Gedenktafel an die jüdische Künstlerin Olga Oppenheimer. Ihr Atelier und der von ihr mitgegründete Gereonsklub befanden sich einst im Gereonshaus, das heute die Hauptgeschäftsstelle des Deutschen Städtetages sowie des Städtetages NRW in Köln beherbergt. Mit der Enthüllung der Tafel wird an ihr künstlerisches Wirken, ihr Schicksal während der Zeit des Nationalsozialismus und an die kulturelle Bedeutung des Ortes erinnert.

 

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Christian Schuchardt, sagte während der Vorstellung der Gedenktafel: “Olga Oppenheimer war Teil einer lebendigen, weltoffenen Kunstszene in Köln. Ihr Atelier befand sich genau an dem Ort, an dem heute der Deutsche Städtetag arbeitet."

Schuchardt sagte weiter: 

"Mit der Gedenktafel erinnern wir an ihr künstlerisches Wirken und an das Unrecht, das jüdischen Künstlerinnen und Künstlern in der Zeit des Nationalsozialismus widerfahren ist. Für die Städte in Deutschland gehört es zu ihrer Verantwortung, die Erinnerung an jüdisches Leben sichtbar zu halten und aus der Geschichte zu lernen."

Bei einer Feierstunde im Haus des Deutschen Städtetages – dem sogenannten Gereonshaus – würdigten Vertreterinnen und Vertreter aus Kultur, Stadtgesellschaft und jüdischer Gemeinde in Köln das Leben und Werk der Künstlerin. An der Feierstunde nahmen auch der der Vorsitzende der Synagogengemeinde Köln und Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer sowie die Kölner Bürgermeisterin Derya Karadag, teil.

 

 

Kurzbiografie Olga Oppenheimer

Olga Oppenheimer wurde 1886 in Köln geboren und gehörte zu den wichtigen Vertreterinnen der rheinischen Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie erhielt ihre künstlerische Ausbildung unter anderem in München sowie während eines Studienaufenthalts in Paris, wo sie als Schülerin von Paul Sérusier internationale künstlerische Impulse aufnahm. 1910 richtete Oppenheimer im Gereonshaus in der Kölner Gereonstraße ein Atelier sowie eine Mal- und Zeichenschule ein.

Hier entstand 1911 gemeinsam mit dem Maler Franz M. Jansen und der Künstlerin Emmy Worringer der Gereonsklub: ein Zusammenschluss von Künstlerinnen, Künstlern und Kunstfreunden, der sich der Präsentation moderner und internationaler Kunst widmete. Auch der Maler August Macke war eng mit dem Kreis verbunden. Mit Ausstellungen, Lesungen und Vorträgen entwickelte sich der Gereonsklub zu einem wichtigen Forum der avantgardistischen Kunstszene in Köln.

1913 heiratete Olga Oppenheimer Adolf Worringer und gab ihr Atelier im Gereonshaus auf. Nach dem Ersten Weltkrieg verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand; sie verbrachte viele Jahre in psychiatrischen Einrichtungen. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde sie als Jüdin verfolgt. Im Februar 1941 wurde sie aus einer Pflegeanstalt in eine sogenannte Euthanasie-Einrichtung verlegt und dort ermordet. Viele ihrer Werke gelten heute als verschollen.

Mit der Gedenktafel am ehemaligen Standort ihres Ateliers erinnert der Deutsche Städtetag an eine Künstlerin, die Teil der lebendigen Kölner Avantgarde war und deren Leben durch das nationalsozialistische Regime gewaltsam beendet wurde.

Mehr Informationen über Olga Oppenheimers Leben