"Nachhaltige Beschaffung kann ein zusätzlicher Treiber sein"
"Neben allen finanziellen und rechtlichen Aspekten: Abfallvermeidung ist den Städten ein natürliches Herzensanliegen. Wir wollen Städte, in denen sich die Menschen wohlfühlen und in denen sie gerne leben. Nachhaltige Städte sind immer auch saubere und lebenswerte Städte.
Abfallvermeidung ist bereits heute de facto Teil der Verwaltungspraxis. Dafür sorgt allein schon der Kostendruck, dem die Kommunen heute unterliegen. Denn wenn weniger Müll anfällt, reduziert das auch die Kosten.
Gleichzeitig gibt es auch heute schon rechtliche Verpflichtungen für die Städte. Die Abfallvermeidung ist keine rein freiwillige kommunale Leistung. Zum Beispiel ist sie als Grundsatz im Kreislaufwirtschaftsgesetz verankert – das verpflichtet die kommunalen Entsorger etwa zur Beratung für die Bürgerinnen und Bürger, wie sie Abfall vermeiden können. Das leisten die Städte vorbildlich.
Nachhaltige Beschaffung kann ein zusätzlicher Treiber sein, um Abfälle zu vermeiden. Denn sie hilft, langlebigere Produkte anzuschaffen, die unterm Strich weniger Abfall produzieren. Viele Städte nutzen beispielsweise den Blauen Engel, um besonders ressourcenschonende und nachhaltige Produkte einzukaufen.
Auch Mehrwegkonzepte verbreiten sich immer mehr, denn die Städte sorgen sich um saubere Parks, Plätze und Straßen. Städte, wie Tübingen, Konstanz und Freiburg verbinden die lokale Verpackungssteuer deshalb auch mit Mehrwegförderung für den lokalen Handel und die Gastronomie. Viele Städte setzen aber auch selbst auf Mehrweglösungen. Viele eigene Feste und Veranstaltungen werden konsequent auf Mehrweg umgestellt. Nur ein Beispiel: Durch die flächendeckende Mehrwegstrategie der Landeshauptstadt Düsseldorf werden dort im Jahr rund 20 Millionen Einwegbecher vermieden. Die Düsseldorfer Rheinkirmes und weitere Feste sind konsequent auf Mehrweg umgestellt und ein Mehrweggebot in der Düsseldorfer Abfallsatzung verankert.
Strategien zur Abfallvermeidung sind aber nicht nur etwas für Großstädte. Nicht jede Kommune braucht ein umfangreiches Abfallvermeidungskonzept oder eine Zero-Waste-Strategie. Helfen können kleine Maßnahmen, die auch in kleineren Verwaltungen umgesetzt werden können: Mehrweg statt Einweg in den Verwaltungsbüros, zentrale Beschaffung statt Einzelkäufe oder digitale Dokumente statt Papier als Standard."