Corona-Maßnahmen
23.10.2021

"Es muss weiter bundeseinheitlichen Rahmen im Kampf gegen Corona geben"

Burkhard Jung, Präsident des Deutschen Städtetages, im Gespräch mit der Funke Mediengruppe

Funke Mediengruppe: "Gesundheitsminister Spahn will die Grundlage für die Corona-Maßnahmen aufheben: die sogenannte epidemische Notlage von nationaler Tragweite. Ist das der richtige Weg, Herr Jung?"

Burkhard Jung: "Das Votum der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten ist richtig: Es muss weiter einen bundeseinheitlichen Rahmen im Kampf gegen Corona geben. Die Länder müssen über den Winter Regeln wie 3G oder sogar 2G und das Tragen von Masken in Innenräumen weiter vorgeben können. Die epidemische Lage von nationaler Tragweite muss entweder beibehalten werden oder es muss eine Übergangsfrist geben. Der Bund ist gut beraten, diesem Votum der Länder zu folgen und das über Bundesrecht zu regeln. Auf den letzten Kilometern der Pandemie können wir keinen Flickenteppich gebrauchen."

Funke Mediengruppe: "Welche Regeln halten Sie für notwendig?"

Burkhard Jung: "Die Pandemie der Ungeimpften kommt. Wir können nicht sicher sein, dass die Auswirkungen dieser Welle im Winter an den Geimpften vorübergehen. Die Städte fordern daher jetzt schnell 2G in sensiblen Bereichen wie Krankenhäusern, Pflegeheimen, Schulen, Kindertagesstätten und anderen Bildungseinrichtungen. Das sollte gelten für Beschäftigte, Besucherinnen und Besucher und alle, die dort geimpft werden können. Sinnvoll ist es genauso, wenn nur Geimpfte und Genesene Clubs, Theater, Kinos und Fitnessstudios besuchen können."

Funke Mediengruppe: "Was genau fürchten Sie?"

Burkhard Jung: "Wir haben im Kampf gegen Corona viel erreicht, aber die Pandemie ist noch nicht überstanden. Wir müssen weiterhin eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern, verletzliche Menschen schützen und den Betrieb von Schulen und Kindergärten sichern. Wir sehen aktuell, dass die Corona-Zahlen und die Belegung der Krankenhausbetten ansteigen. Außerdem infizieren sich immer mehr geimpfte Menschen in Pflegeheimen. Die Impfung macht schwere Verläufe deutlich unwahrscheinlicher. Aber vor allem bei Schwerkranken kann es dennoch zu lebensbedrohlichen Erkrankungen kommen."

Mit freundlicher Genehmigung der Funke Mediengruppe