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Leipzig 11.05.2026

Erste Hilfe mittels Smartphone: In drei Minuten beim Patienten

App "Region der Lebensretter" hilft bei Herz-Kreislaufstillständen, die Eintreffzeit beim Patienten deutlich zu verringern.

Die Stadt Leipzig konnte bei Notrufen aufgrund von Herz-Kreislaufstillständen innerhalb von einem Jahr die Eintreffzeit beim Patienten deutlich verringern. Dabei half die App "Region der Lebensretter", die von einem gleichnamigen gemeinnützigen Verein entwickelt wurde. Die App benachrichtigt medizinisch geschultes Personal, das sich in der App registriert hat, damit die Wiederbelebung und die Defibrillation bereits vor Eintreffen des Rettungsdienstes durchgeführt werden können.

Das macht den Unterschied: Denn mit jeder Minute ohne Wiederbelebungsmaßnahmen sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um etwa 10 Prozent. Bereits nach wenigen Minuten ohne Sauerstoff drohen irreversible Hirnschädigungen.

Über 1600 Nutzerinnen und Nutzer als ehrenamtliche Ersthelfende registriert

Die ehrenamtlichen Ersthelfenden werden per Smartphone alarmiert. Das nennt sich bei der Stadt Leipzig Smartphone-basierte Ersthelfer-Alarmierung (SBEA) und ist bei der Integrierten Regionalleitstelle angesiedelt. Dort werden Notrufe koordiniert und Rettungs-, Feuerwehr- und andere Notfalldienste gesteuert.

Die Evaluierung nach einem Jahr zeigt, dass bereits 1656 Ehrenamtliche die App nutzen. So konnte nach Angaben der Stadt Leipzig die Eintreffzeit bei Patientinnen und Patienten von circa acht auf circa drei Minuten verkürzt werden. 

Weitere Ersthelferinnen und Ersthelfer gesucht

Statistisch trifft ein Herz-Kreislauf-Stillstand 84 von 100.000 Einwohnenden pro Jahr. Bezogen auf das Stadtgebiet sind das 530 Personen jährlich und 1,5 Patientinnen und Patienten pro Tag.

Wenn sich noch mehr Ersthelfende registrieren, könnte die Wahrscheinlichkeit, dass eine Ehrenamtliche oder ein Ehrenamtlicher im Notfall nah am Einsatzort ist, weiter gesteigert werden. Denn aktuell sind immer noch circa ein Drittel der Einsätze ohne Ersthelfende. Die Stadt sucht daher weitere Ersthelfende mit entweder medizinischer Ausbildung, bei der Feuerwehr, der Wasserwacht, dem THW oder der Polizei.

Registrierung per App “Region der Lebensretter” oder “KatRetter”

Neben der App “Region der Lebensretter” ist in Leipzig seit Ende April eine weitere App in Betrieb, “KatRetter”, die unter anderem von der Berliner Feuerwehr entwickelt wurde. Sie funktioniert ähnlich. Die Stadt Leipzig empfiehlt Ersthelfenden, sich in beiden Apps zu registrieren.

Beide Apps werden auch bundesweit genutzt, in Sachsen etwa auch in Dresden und Hoyerswerda, sowie zum Beispiel in Trier, Mönchengladbach, Düsseldorf, und mehreren Regionen in Baden-Württemberg und Bayern.

Quellen: Stadt Leipzig, Region der Lebensretter e. V.