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Berlin, Mannheim 22.10.2026

Projekte für "Gute Bürgerbeteiligung" ausgezeichnet

Insgesamt sind fünf Kommunen für hochwertige Beteiligungsprozesse ausgezeichnet worden.

Preisträger Auszeichnung "Gute Bürgerbeteiligung" 2026

Zwei der Preise des Wettbewerbs "Gute Bürgerbeteilgung" sind in diesem Jahr in Mitgliedsstädte des Deutschen Städtetages gegangen: Die Stadt Mannheim erhielt die Auszeichnung für Ihre Beteiligung zum Mehrgenerationenpark Plankstadter Straße in Mannheim-Rheinau. Der Berliner Bezirk Mahrzahn-Hellerdorf wurde für das Quartiersprojekt "Heisses Hellersdorf" ausgezeichnet. Eine weitere Auszeichnung erhielt das Amt Goldberg-Mildenitz für ihr Projekt "Zukunft Goldberg-Mildenitz - Räume für Engagement und Zusammenhalt".

Die Preisträger sind in einem zweistufigen Verfahren aus mehr als 50 Bewerbungen ausgewählt worden.

Erstmals sind daneben in diesem Jahr auch zwei Kommunen für besonders gelungene Kinder- und Jugendbeteiligung ausgezeichnet worden: Die Gemeinde Moritzburg  in Sachsen erhielt die Auszeichnung für das Projekt: "Kinder-Zukunfts-Rat". Die Stadt Dorsten wurde für das Projekt "Kinder gestalten Dorsten – Kinderbürgermeister & Kinderkonferenz" ausgezeichnet. 

Die Auszeichnung "Gute Bürgerbeteiligung" wird vom Kompetenzzentrum Bürgerbeteiligung e. V. in Kooperation mit dem Berlin Institut für Partizipation seit 2023 jährlich vergeben. Ausgezeichnet werden herausragende Projekte, die als Beispiel für gute Bürgerbeteiligung dienen können.

Mannheim

Mehrgenerationen-Spielplatz als Ergebnis von Gemeinschaftsprojekt

In Mannheim-Rheinau wurde aus einer ehemaligen Hundewiese ein inklusiver Spiel-, Bewegungs- und Begegnungsort. Rheinau ist ein zentrumsferner Stadtteil mit besonderen sozialen Herausforderungen.

Seit seiner Eröffnung im Jahr 2024 ist der Spielplatz ein beliebter Treffpunkt, der allen Generationen einen Ort für Begegnung, Austausch und gemeinsame Bewegung bietet. Die Stadt Mannheim hat rund zwei Millionen Euro in dieses herausragende Projekt investiert und viele tolle Spielgeräte verbaut, damit Jung und Alt, ob mit oder ohne körperliche Einschränkung, Spaß haben.

Dem Bau des Spielplatzes ging ein intensives Beteiligungsverfahren voraus: Zunächst haben die Kinderbeauftragte der Stadt Mannheim und das Quartiermanagement Rheinau trotz schwieriger Corona-Bedingungen Ende 2020 die Wünsche und Anliegen der Menschen und vor allem der Kinder aus dem Stadtteil aufgenommen. Nach zahlreichen öffentlichen und nicht-öffentlichen Sitzungen und einem regelmäßigen Rückkopplungsverfahren ist ein tolles Konzept entstanden, das alle Hauptwünsche der Beteiligten beinhaltet.

Auch beim Bau des Spielplatzes gab es Beteiligungsprojekte, bei denen vor allem Kinder und Jugendliche aktiv mitgestalten konnten. Das Caritas-Quartierbüro gestaltete eine wunderschöne Freundschaftsbank, die nicht nur zum Ausruhen einlädt, sondern auch zum Menschen kennenlernen. Das sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum an der Rheinauschule und das Nachbarschaftshaus gestalteten den Zaun am Eingang zum Spielplatz mit farbenfrohen Motiven. Und gemeinsam mit dem Betreuungsangebot an der Rheinauschule und den Kindern hat das Quartiermanagement Rheinau ein Krokodil aus Fliesen-Mosaik gestaltet. 

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Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf

Gemeinsam maßgeschneiderte Klimaanpassungsmaßnahmen entwickeln

Das nachbarschaftliche Klimaschutzprojekt "Heißes Hellersdorf" zielt darauf ab, den Klimaschutz vor Ort zu fördern und gemeinsam Klimaanpassungsmaßnahmen zu entwickeln. Das Projekt erstreckt sich über die drei Quartiersmanagement-Gebiete Alte Hellersdorfer Straße, Hellersdorfer Promenade und Boulevard Kastanienallee.

Die drei Gebiete setzten das Projekt gemeinsam mit den Trägern L.I.S.T. GmbH und Naturschutz Berlin-Malchow e.V. um. Herzstück des Projekts war die Beteiligung und Vernetzung von Anwohnenden und lokalen Einrichtungen.

Über zwei Jahre wurde Klimawissen vermittelt und gemeinsam Wissen generiert: Anwohnende erhoben und kartierten quantitative und qualitative Daten zu heißen und kühlen Orten in ihren Quartieren. Regelmäßig fuhr das Projektteam mit dem Lastenrad durch die Gebiete und sprach in den "Klimatalks" mit zahlreichen Bewohnerinnen und Bewohnern, um Ideen für Verbesserungen an konkreten Orten zu sammeln.

In Workshops gab es Tipps zu klimagerechtem Handeln und zum Umgang mit Hitze, Rundgänge veranschaulichten etwa die Auswirkungen des Klimawandels auf Tiere und Pflanzen oder die kühlende Wirkung von Stadtbäumen. Begleitet wurde das Projekt von einer quartalsweise tagenden Projektbegleitrunde mit Trägern, den drei Quartiersmanagement-Teams, Quartiersräten und der bezirklichen Gebietskoordination.

Gelungen ist vor allem die Zusammenarbeit von Akteuren aus Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wohnungsunternehmen. So entstanden in allen drei Gebieten beispielhafte Maßnahmen wie Sonnenschutz an Gebäuden, Regenwasserspeicher, Hochbeete und Baumpflanzungen. Beim öffentlichen Abschlussrundgang wurden diese vorgestellt und der im Projekt entstandene Katalog mit weiteren empfohlenen Maßnahmen an den bezirklichen Klimaschutzbeauftragten übergeben.

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Goldberg-Mildenitz 

Räume für Engagement und Zusammenhalt

Was entsteht, wenn Bürgerinnen und Bürger ihre Zukunft nicht nur diskutieren, sondern selbst gestalten?

In Goldberg-Mildenitz wurde genau das erprobt: Über mehrere Jahre entstand gemeinsam mit den Menschen vor Ort ein Zukunftskonzept – und daraus konkrete, bürgergetragene Projekte.
Eine Modellregion in Mecklenburg-Vorpommern: ein Amt, fünf Gemeinden und 36 Dörfer. Gemeinsam stellte sich die Region der Frage: Wie wollen wir unsere Zukunft gestalten?

Das Besondere: Der Prozess begann mit über 20 Küchengesprächen, Zukunftswerkstätten und lokalen Räten. Bürgerbotschafter und der Mildenitzrat sorgten dafür, dass die Beteiligung in der gesamten Region verankert wurde. Ein Regionalbüro begleitete die Umsetzung. Die Beteiligung blieb nicht bei Ideen. Bis Ende 2025 entstanden 65 bürgergetragene Projekte – von neuen Begegnungsorten bis zu ganz konkreten Projekten in den Dörfern. Die Bürger entwickelten mit, entschieden mit und setzten selbst um.

 

Gemeinde Moritzburg

Kinder-Zukunfts-Rat – Ein Bürger:innenrat mit Kindern

Was passiert, wenn Kinder selbst zu Zukunftsforscherinnen und Zukunftsforschern
werden und ihre Gemeinde mitgestalten?

In Moritzburg wurde erstmals ein Bürger:innenrat mit Grundschulkindern umgesetzt – zum Thema Sport und Bewegung. 19 Kinder aus zwei Grundschulhorten wurden über ein anonymisiertes Losverfahren ausgewählt. In acht moderierten Sitzungen erkundeten sie die Sportstätten ihrer Gemeinde, führten Ortsbegehungen durch, fotografierten Mängel und sprachen mit Expertinnen und Experten aus Politik, Schule und Sportvereinen.

Das Besondere: Die Kinder bekamen nicht nur eine Stimme – sie konnten gemeinsam konkrete Empfehlungen entwickeln und darüber selbst abstimmen. So forderten sie unter anderem sichere und ganzjährig nutzbare Sportplätze, bessere Ausstattung und mehr Mitbestimmung von Kindern. Bei einer öffentlichen Übergabe präsentierten die Kinder ihre Ergebnisse persönlich der Politik und Verwaltung. Die Empfehlungen wurden anschließend dem Gemeinderat und den Ortschaftsräten vorgelegt.

 

Dorsten

Kinderbürgermeister & Kinderkonferenz

Wie sieht Demokratie aus, wenn Kinder von Anfang an mitgestalten?

In Dorsten wird Kinderbeteiligung seit 2020 fest verankert: Grundschulkinder wählen ihre Kinderbürgermeister und bringen ihre Ideen direkt in Politik und Verwaltung ein. Dorsten setzt dabei auf eine frühe und vielfältige Beteiligung von Kindern – in der Schule, im Rathaus, vor Ort und digital. Jährlich vertreten ein Mädchen und ein Junge die Interessen der Grundschulkinder. Bei der 2025 gestarteten Kinderkonferenz entwickeln über 50 Kinder gemeinsam einen Kinderstadtplan – mit Spielplätzen, Treffpunkten und ihren Lieblingsorten. Weitere Kinder können online eigene Ideen ergänzen.

Das Besondere: Die Kinder werden nicht nur gefragt – sie erleben, dass ihre Ideen aufgegriffen, geprüft und beantwortet werden. Kinderbriefkasten, Schulaktionen, Gespräche mit dem Bürgermeister und konkrete Beteiligung an Projekten machen Demokratie unmittelbar erlebbar.