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Städtetag aktuell 4|2026 15.10.2026

Stuttgart: Prävention und Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche

Von Dr. Alexandra Sußmann und Bettina Straub von der Landeshauptstadt Stuttgart

Die große Bedeutung von Prävention und Gesundheitsförderung für ein möglichst langes gesundes Leben ist im Allgemeinen bekannt, gleichzeitig fällt es im Alltag nicht immer leicht, verlässliche Empfehlungen von kurzlebigen Trends zu unterscheiden. Es kommt, wie bei so vielem, auch hier insbesondere auf den Anfang an: Kinder, Jugendliche und ihre Familien sollen die notwendige Unterstützung erhalten, um die Voraussetzungen für ein gesundes Aufwachsen zu schaffen.

Um in der Fülle der Empfehlungen klare und auf das Wesentliche konzentrierte Aussagen zu bekommen, hat das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Stuttgart die "Stuttgarter Ziele für ein gesundes Aufwachsen" entwickelt. 

Übersicht und Orientierung im Alltag

Gesundheit ist komplex und wird von sehr vielen Dingen beeinflusst, gerade deshalb lohnt es sich, auf das große Ganze zu schauen. Hier setzen die Stuttgarter Ziele an: Sie blicken ganzheitlich auf das Aufwachsen in Stuttgart – und zeigen, dass die dafür zentralen Themen zusammengehören und im Alltag gemeinsam gestärkt werden können. Sie schaffen eine gemeinsame, verständliche Orientierung, welche Faktoren für eine gesunde Entwicklung besonders wichtig sind - für Kinder, Jugendliche und alle, die junge Menschen begleiten.

Entstehung und Beteiligung

Die Stuttgarter Ziele sind aus echter Teamarbeit entstanden. Initiiert wurde das Projekt von der Stuttgarter Bürgermeisterin für Soziales, Gesundheit und Integration Dr. Alexandra Sußmann und dem Stuttgarter Gesundheitsamt, doch von Anfang an brachten sich viele verschiedene Gruppen ein: Ärztinnen und Ärzte, Fachkräfte aus Kitas, Schulen, Jugendhäusern, Verwaltung, Eltern, Vereine – und Kinder und Jugendliche selbst. So entstanden wissenschaftlich fundierte, positiv ausgerichtete Ziele, die relevant, praxistauglich und hilfreich sind. Die Umsetzung der Ziele soll immer wieder im echten Leben getestet werden: im Jugendhaus, in der Schule oder in Workshops. 

Was steckt drin?

Die Stuttgarter Ziele sind in vier Altersgruppen 0-12 Monate, 1-5 Jahre, 6-12 Jahre und 13-17 Jahre unterteilt und beziehen sich jeweils auf die vier Themenfelder mentale Gesundheit, Bewegung, Ernährung und Vorsorge bzw. medizinische Prävention. Für jede Kombination aus Altersgruppe und Themenfeld sind wenige, zentrale Ziele formuliert. Diese beschreiben den Kern gesundheitsförderlichen Handelns, sind positiv formuliert und verzichten bewusst auf Verbote und einen Anspruch auf Vollständigkeit. 

  1. Mentale Gesundheit - Was brauchen Kinder oder Jugendliche, um sich seelisch wohlzufühlen und mental stark zu sein? Welche Rolle spielen verlässliche Bezugspersonen und was zeichnet diese aus? Was hilft ihnen, gut mit Herausforderungen und Stress umzugehen? 
     
  2. Bewegung – Wie viel und welche Bewegung ist in welchem Alter wichtig – und welche Empfehlungen gibt es zur Mediennutzung? 
     
  3. Ernährung – Auf was können wir achten, damit die Ernährung möglichst gesund und ausgewogen ist? 
     
  4. Prävention – Was können wir tun, um vor vermeidbaren Krankheiten zu bewahren?

Auf diese und viele weitere Fragen, die sich stellen, wenn es um das gesunde Aufwachsen geht, geben die Stuttgarter Ziele Antworten, angepasst an das jeweilige Alter.

Wie kommt die Theorie in die Praxis?

Mit den Zielen können Maßnahmen und Entscheidungen zur Gesundheitsförderung zielgerichteter geplant, umgesetzt und überprüft werden. Fachkräfte können sie als Grundlage für Präventionskonzepte, Elternarbeit, Projektentwicklung und Teamreflexion heranziehen – sie erhalten praktische Impulse für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien – nicht nur in Bezug auf ihr Verhalten, sondern insbesondere auch für eine gesundheitsförderliche Gestaltung ihrer Lebenswelten. 

So können beispielsweise Spiel- und Bewegungsräume, Bildungs- und Betreuungseinrichtungen, Freizeitangebote und Beratungsstrukturen so weiterentwickelt werden, dass sie die Stuttgarter Ziele im Alltag unterstützen und für alle Kinder und Jugendlichen erreichbar machen.

Familien finden alltagstaugliche Tipps für jede Entwicklungsphase, um gesundes Verhalten in den Alltag einzubauen. Es entsteht eine gemeinsame „Sprache“ für alle Beteiligten, die Missverständnisse reduziert und die Zusammenarbeit erleichtert.

Je nach Alter können Kinder und Jugendliche die Ziele auch selbst nutzen: In den Stuttgarter Zielen für ein gesundes Aufwachsen finden sie positive und konkrete Dinge, die ihnen dabei helfen, gesund zu leben. Es geht dabei nicht darum, perfekt zu sein, sondern um gute Entscheidungen für sich selbst, dabei zählen auch kleine Schritte und Erfolge.

Wo finden Sie die "Stuttgarter Ziele"?

Die Ziele für alle Altersgruppen können Sie auf der Website der Landeshauptstadt Stuttgart nachlesen. Die Ziele und die damit verknüpften Umsetzungsmöglichkeiten sind leicht verständlich und für alle zugänglich formuliert: für Fachkräfte, Eltern – aber auch für Kinder und Jugendliche selbst. Außer den Zielen sind dort Handlungsempfehlungen und anschauliche Praxisbeispiele für die Anwendung zu finden. Andere Kommunen könnten die Ziele als Rahmung übernehmen und lokal anpassen, sodass jeweils eigene, vor Ort legitimierte Ziele entstehen.

www.stuttgart.de/gesund-aufwachsen-ziele

Bürgermeisterin Dr. Alexandra Sußmann 
Leiterin des Referates für Soziales, Gesundheit und Integration Landeshauptstadt Stuttgart

Bettina Straub 
Gesundheitsförderung und Gesundheitsplanung Landeshauptstadt Stuttgart

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Dieser Text ist erschienen in Städtetag aktuell 4|2026, Schwerpunkt Gesundheit

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