Sichtbar und identitätsstiftend
22.01.2026

Städte fordern gemeinsame Kraftanstrengung für die Sanierung von Kulturbauten

Der Deutschen Städtetag nach der Sitzung des Präsidiums in Dresden

Die Städte sehen mit Sorge den wachsenden Sanierungsbedarf von prägenden Kulturbauten in Deutschland. Sie fordern eine gemeinsame Kraftanstrengung von Bund, Ländern und Kommunen, um die einzigartigen Kultureinrichtungen zu sanieren und zu erhalten.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Christian Schuchardt, sagte dazu:

"Theater, Museen und Opernhäuser sind weithin sichtbar und viele über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und beliebt. Auch lebendige Kulturzentren in stillgelegten Fabriken, Kasernen oder Schlachthöfen tragen zur reichen und einzigartigen kulturellen Landschaft in Deutschland bei. Sie sind Anlaufstellen für viele gesellschaftliche Gruppen, hier wird gesellschaftlicher Zusammenhalt gelebt."

Darüber hinaus sind Kultureinrichtungen touristische Anziehungspunkte und beleben die örtliche Wirtschaft. Mit fast 40 Prozent tragen die Kommunen, besonders die großen Städte, den größten Teil der öffentlichen Kulturausgaben in Deutschland – und damit weit mehr als die Länder und der Bund.

Die Bauten dieser Kultureinrichtungen sind Identifikationspunkte für Stadtgesellschaften und prägende städtebauliche Wahrzeichen. Ihr Erhalt und der laufende Betrieb sind allerdings kostenintensiv. Zudem fallen zusätzliche Kosten an, um veraltete Technik zu modernisieren oder um die Häuser vor Hitze oder Starkregen zu schützen. Das KfW-Kommunalpanel 2025 beziffert den Sanierungsstau im Kulturbereich auf 6,6 Milliarden Euro. Allein im vergangenen Jahr ist er um 40 Prozent angestiegen. Schuchardt ergänzte:

"Wir sehen mit Sorge, dass die Sanierung von Kulturbauten angesichts der dramatischen kommunalen Finanzlage mit hohen Defiziten finanziell nicht mehr zu schultern ist. Wir brauchen eine gemeinsame Kraftanstrengung von Bund, Ländern und Kommunen, um unsere einzigartigen Kulturbauten zu sanieren und zu erhalten. Die bisherigen Fördermaßnahmen reichen dafür nicht aus."

Konkret fordern die Städte:

  • Der Bund muss seine Fördermittel für die Sanierung und die energetische Ertüchtigung von Kulturbauten anheben.
  • Die Länder sollten die Mittel des Bundes in geeigneter Weise mit eigenen Mitteln oder Mitteln ihrer Landesbanken flankieren. Es müssen dabei auch laufende Kosten wie Wartungen und Instandhaltungsmaßnahmen berücksichtigt werden.
  • Die Inanspruchnahme von Fördermitteln sollte einfach und unbürokratisch möglich sein. Der kommunale Eigenanteil muss an der kommunalen Finanzlage orientiert sein. Ko-Förderungen unterschiedlicher Fachprogramme müssen möglich sein.

Mehr dazu im Positionspapier "Die Sanierung von Kulturbauten – eine gemeinsame Kraftanstrengung zum Erhalt unserer Kulturinfrastruktur!"