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3 Jahre D-Ticket 04.05.2026

"Ein dauerhaft günstiges Deutschlandticket gibt es nur mit einer verlässlichen Finanzierung"

Christian Schuchardt, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Das Deutschlandticket ist bekannt, beliebt und wird millionenfach genutzt. Rund 13 Millionen Menschen nutzen das Deutschlandticket – mit besonders hoher Verbreitung in Städten und Metropolen. Auch zum Preis von 63 Euro bleibt das Ticket für viele attraktiv. Es hat den ÖPNV nach der Corona-Pandemie gestärkt und setzt Anreize, vom Auto auf Bus und Bahn umzusteigen. Gleichzeitig bleiben zentrale Fragen bei Finanzierung und Entscheidungsstrukturen weiter ungelöst. Dazu sagte Städtetags-Hauptgeschäftsführer Christian Schuchardt:

"Drei Jahre nach seiner Einführung ist das Deutschlandticket eine Erfolgsgeschichte. Millionen Menschen nutzen es täglich, es hat den ÖPNV nach der Corona-Pandemie gestärkt und macht Mobilität einfacher und verlässlicher. Gerade in Zeiten steigender Energiepreise zeigt sich, wie wichtig ein attraktives und bezahlbares Angebot für Bus und Bahn ist."

Schuchardt sagte weiter:

"Damit dieser Erfolg anhält, braucht es jetzt klare politische Weichenstellungen. Erstens: Das Deutschlandticket muss dauerhaft solide finanziert werden. Die bisherigen Zuschüsse von rund 3 Milliarden Euro jährlich reichen nicht aus und sind zudem nicht dynamisiert. Wenn Kosten steigen, dürfen sie nicht allein auf die Fahrgäste abgewälzt werden.

Zweitens: Wenn die Politik Mechanismen einführt, die den Preis fürs Ticket dämpfen, ist das grundsätzlich in Ordnung. Der Preisdämpfer darf aber nicht zulasten des gesamten ÖPNV-Systems gehen. Die Einnahmeausfälle der Verkehrsunternehmen durch das vergünstigte Ticket müssen von Bund und Ländern vollständig ausgeglichen werden. Sonst gibt es zwar ein erschwingliches Deutschlandticket, aber es fehlt das Geld für Betrieb, Qualität und Ausbau des Angebots an Bussen und Bahnen. Das führt zu Verdruss bei den Fahrgästen und ramponiert das Image des ÖPNV.

Drittens: Bund und Länder müssen den angekündigten Modernisierungspakt für den ÖPNV endlich umsetzen. Es gilt, zusammen mit den Verkehrsverbünden und kommunalen Unternehmen den Fahrgästen ein Deutschlandangebot zu machen: mit mehr Linien, dichteren Takten und zusätzlichen Mobilitätsangeboten. Nur mit zusätzlichen Investitionen lassen sich das Angebot sichern, die Infrastruktur modernisieren und Mobilität mit weniger Diesel und viel Strom voranbringen."

"Klar ist: Ein dauerhaft günstiges Deutschlandticket gibt es nur mit einer verlässlichen Finanzierung. Nur so bleibt der ÖPNV leistungsfähig, attraktiv und bezahlbar."