Corona-Impfungen
30.04.2021

Soziale Unterschiede dürfen Zugang zu Impfungen nicht erschweren

Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, gegenüber der Funke Mediengruppe
  • Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, im Interview

Der Deutsche Städtetag hat größere Anstrengungen gefordert, um Menschen in sozial benachteiligten Stadtteilen gegen Corona zu impfen.

"Soziale Unterschiede dürfen nicht dazu führen, dass ein Teil der Menschen abgehängt wird, weil für sie der Zugang zu Impfungen zu schwer ist", sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der Funke Mediengruppe. Um mehr Menschen individuell anzusprechen, müssten auch mobile Impfteams stärker eingesetzt werden. Viele Städte hätten bereits in den vergangenen Wochen ihre Anstrengungen verstärkt, in sozial benachteiligten Quartieren intensiver über die Einhaltung von Hygienevorgaben zu informieren. "Nun geht es darum, auch das Impfen den Menschen dort stärker nahezubringen", so Dedy.

Dedy betonte: "Wo die Wohnsituation von Menschen beengt ist und es nur geringe Einkommen gibt, wo Menschen, zum Teil auch mit Migrationshintergrund, in sozial schwierigen Verhältnissen leben, müssen wir den Zugang zu Impfangeboten erleichtern." Wenn die Impfpriorisierung spätestens im Juni aufgehoben werde, "sollte es Lockerungen bei den Corona-Beschränkungen für geimpfte, genesene und getestete Menschen geben", forderte Dedy. "Über solche Lockerungen sollten wir auch Anreize für das Impfen schaffen."