Stadt der Zukunft
18.12.2020

"Neue Konzepte für die Innenstädte"

Helmut Dedy im Magazin "Stadt der Zukunft", einer Beilage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ)

Die Innenstädte leiden unter den Corona-Folgen. Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, beschreibt Chancen der Erneuerung.

Stadt der Zukunft: Warum trifft Corona die Innenstädte so hart?

Helmut Dedy: Die Innenstadt ist das Gesicht einer Stadt. Mittlerweile sieht dieses Gesicht an manchen Stellen etwas traurig aus. Fachhändler und Kaufhausketten schließen Geschäfte, gleichzeitig boomt der Onlinehandel. Corona hat diese Entwicklung beschleunigt. Die Einkaufsmeilen sind aber schon länger unter Druck.

Stadt der Zukunft: Wie müssen sich Innenstädte verändern?

Helmut Dedy: Wir denken das Konzept der Innenstadt neu: Die Menschen wünschen sich ein lebendiges und attraktives Stadtzentrum. Deshalb brauchen wir mehr Raum für Wohnen, Arbeiten und Produktion. Das hilft auch dem Handel. Und die Städte wollen Plätze für soziale Einrichtungen, für Begegnungen und Kultur schaffen. Die Innenstadt der Zukunft bietet attraktive Treffpunkte – mit mehr Grün und weniger Autos.

Stadt der Zukunft: Was brauchen die Städte, damit dieser Wandel ein Erfolg werden kann?

Helmut Dedy: Es geht um die Gestaltung und Entwicklung zentraler Lagen. Da kann es helfen, wenn die Städte eine Zeit lang selbst Eigentümer von Schlüsselimmobilien werden. Zwischennutzungen, etwa von aufgegebenen Kaufhausfilialen, werden dann möglich. Städte brauchen dafür rechtssichere Instrumente und die notwendigen finanziellen Möglichkeiten. Helfen würde etwa, wenn Bund und Länder die Mittel für die Städtebauförderung erhöhen.

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