"Ohne handlungsfähige Kommunen kein Hitzeschutz"
"Um es klar zu sagen: Die kommunale Finanzkrise gefährdet Klimaanpassung und Hitzeschutz. Maßnahmen zur Klimaanpassung sind oft aufwendige bauliche Maßnahmen. Viele Kommunen haben aber praktisch keine Möglichkeit für Investitionen angesichts eines Defizits der kommunalen Haushalte von 30 Milliarden Euro pro Jahr. Wie sollen wir uns Klimaanpassung in Zukunft noch leisten können, wenn die Kommunen schon jetzt in einem Rekorddefizit stecken?
Bund und Länder müssen die Finanzkrise der Kommunen auch deshalb lösen, damit wir weiter unsere Bürgerinnen und Bürger vor Extremwettern schützen können. Hitzeschutz darf nicht von der Haushaltslage einer Stadt abhängen.
Die Städte sind zwar seit Jahren aktiv: Wir sorgen für mehr Grün und mehr Wasser in der Stadt, für Frischluftschneisen, begrünte Fassaden und Dächer und nicht zuletzt auch für Trinkbrunnen. Wir brauchen außerdem mehr Schatten durch Bäume, auch Sonnensegel beispielsweise für Spielplätze sowie etliche andere bauliche Maßnahmen. Nicht zuletzt wollen viele Städte Schwammstadt-Konzepte umsetzen, also dafür sorgen, dass das Regenwasser nicht einfach in der Kanalisation verschwindet, sondern in der Landschaft gehalten wird und dann in Hitzephasen kühlen kann. Aber das sind alles aufwendige Maßnahmen, die Geld kosten." Jung weiter:
"Ohne handlungsfähige Kommunen kein Hitzeschutz. Wir brauchen jetzt zunächst eine dauerhaft angelegte, ausreichende Förderung durch Bund und Länder für Hitzeschutz und Klimaanpassung. Und wenn Bund und Länder neue gesetzliche Verpflichtungen zum Hitzeschutz schaffen, müssen sie bei den Kommunen auch für eine ausreichende Finanzierung sorgen."
Zum Artikel mit den Aussagen von Burkhard Jung auf rp-online.de