Kein Abbau des Investitionsstaus trotz Sondervermögen – es verhindert aber Einbruch der Investitionen
Zu den Ergebnissen des KfW Kommunalpanels sagte Christian Schuchardt, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages:
"Trotz des zweiten Rekorddefizites in Folge brechen die kommunalen Investitionen nicht ein – sondern können dank des Sondervermögens sogar leicht ansteigen oder in den nächsten Jahren stabil bleiben. Der Bedarf an kommunalen Investitionen bleibt aber weiter hoch – und die Mittel des Sondervermögens werden bald aufgebraucht sein.
Der kommunale Investitionsstau ist aktuell auf bundesweit insgesamt 231 Milliarden Euro gewachsen. Besonders stark sind Schulen und Horte betroffen. Der neue Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Erstklässler ab dem 1. August macht beispielsweise den Bau von neuen Räumen und Mensen notwendig.
Zur Wahrheit gehört aber auch: Die Städte stecken in einer katastrophalen strukturellen Finanzkrise fest. Wer einen Abbau des Investitionsrückstandes will, muss die Städte entlasten. Die rasant ansteigende Pro-Kopf-Verschuldung erhöht den Reformdruck zusätzlich."
Hintergrund
KfW-Kommunalpanel 2026
Das KfW-Kommunalpanel beruht auf einer bundesweit repräsentativen Befragung der Kämmereien von Städten und Gemeinden mit mehr als 2.000 Einwohnern sowie allen Landkreisen. Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) führt diese im Auftrag von KfW Research seit 2009 jährlich durch. Die Befragung für die aktuelle Auswertung fand im ersten Quartal 2026 statt. Insgesamt wurden rund 2.900 Kommunen befragt, die Rücklaufquote lag bei – für solche Befragungen sehr hohen – 37 Prozent. Damit liefert das KfW-Kommunalpanel ein belastbares Stimmungsbild zur Finanzsituation und zu den Investitionsaktivitäten der Kommunen.