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Reform der Pflegeversicherung 22.08.2026

"Wir brauchen perspektivisch eine Pflegevollversicherung"

Burkhard Jung, Präsident des Deutschen Städtetages, im Interview mit MDR Aktuell

Im Herbst steht die Reform der Pflegeversicherung auf der Agenda der Bundesregierung. Dem Deutschen Städtetag geht der Reformvorschlag zur Pflegeversicherung nicht weit genug. Im Interview mit dem MDR plädiert Burkhard Jung für eine Pflegevollversicherung

"Wir brauchen perspektivisch eine Pflegevollversicherung", sagte Jung. Das fordere der Städtetag seit vielen Jahren. Der aktuelle Entwurf für eine Pflegereform führe zu mehr Kosten für die Kommunen, die sowieso schon belastet sind. Aktuell seien die Sozialämter der Kommunen in der finanziellen Verantwortung, wenn sich ältere Menschen die hohen Eigenanteile für das Pflegeheim nicht mehr leisten können. 

So haben sich beispielsweise die Kosten für die "Hilfe zu Pflege" der Stadt Leipzig innerhalb der vergangenen fünf Jahre von 19 auf über 50 Millionen Euro erhöht. Das sei eine Kostensteigerung um 300 Prozent. Deutschlandweit beliefen sich diese Kosten für die Kommunen auf Milliarden. "Es ist unfair, diese Kosten auf die Kommunen abzuwälzen", sagte Jung. 

Deswegen sei der Umbau der Pflegeversicherung hin zu einer Vollkasko-Versicherung dringend notwendig. Der erste Schritt dahin sei eine Begrenzung der Eigenanteile: "Ein älterer Mensch ist in der Regel heute kaum noch in der Lage, über 2000 Euro für einen Pflegeplatz zu zahlen", so Jung. Im zweiten Schritt müssten die Pflegekassen durch einen Bundeszuschuss entlastet werden. Schließlich, in etwa fünf bis zehn Jahren, müsse die Pflegeversicherung zu einer Pflegevollversicherung umgewandelt werden. 

Hier können Sie das MDR-Interview nachhören.