"Deutschlandticket-Preis einfrieren, aber Bund muss bezahlen"
Zum 1. Mai 2023 wurde das bundesweit geltende Deutschlandticket als Nachfolger des 9-Euro-Tickets eingeführt. Im Interview zieht Hilmar von Lojewski, Leiter des Dezernats Stadtentwicklung, Bauen, Wohnen, Verkehr beim Deutschen Städtetag, eine gemischte Bilanz mit Blick auf das Deutschlandticket.
Von Lojewski bezeichnet das Deutschlandticket drei Jahre nach Einführung als "großen Dienst am Kunden" und als "einen richtigen Rucksack für die Verkehrsunternehmen der Städte und alle, die öffentlich fahren." Grundsätzlich sei die Einführung des Tickets eine gute Idee gewesen: "Wir haben die Delle, die wir während und nach der Corona-Pandemie im öffentlichen Nahverkehr hatten, ganz gut ausgeglichen." Fast jeder fünfte Deutsche habe ein Deutschlandticket, aber da sei noch Luft nach oben. Der Effekt von weniger Autos auf den Straßen liege allerdings im einstelligen Prozentbereich, so Hilmar von Lojewski.
Die Einnahmen aus dem Ticket und die aktuellen Zuschüsse von Bund und Ländern in Höhe von drei Milliarden Euro reichten allerdings nicht aus, um die Kosten der Verkehrsbetriebe zu decken und deren Mindereinnahmen zu kompensieren. Der Preis des Deutschlandtickets würde von der Politik festgelegt. Und wenn es einen politischen Preis gebe, müssten auch die, die ihn festlegen, dafür zahlen - und zwar entsprechend der Mehrkosten, die die Verkehrsunternehmen jedes Jahr haben.
Dem Vorschlag von einigen Verkehrsministern, vor dem Hintergrund des Tankrabatts den Preis des Deutschlandtickets einzufrieren, begrüßte von Lojewski. Das Einfrieren müsste dann vom Bund finanziert werden.
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