Umsetzung "am liebsten sofort"
Zum Stichtag 30. Juni 2026 waren die Großstädte verpflichtet ihre kommunalen Wärmepläne vorzulegen. So steht es im Gebäudeenergiegesetz (GEG). Viele Haus- und Wohnungsbesitzer schauen mit Spannung auf diese Planung, weil sie die Entscheidung für eine neue Heizung mit Fernwärme, Wärmepumpe oder doch mit Gas oder Öl maßgeblich beeinflusst. Zum Thema sprach Städtetags-Hauptgeschäftsführer Christian Schuchardt mit dem SWR.
SWR: Was hören Sie von Ihren Mitgliedern, wie weit sind denn die großen Städte mit der kommunalen Wärmeplanung?
Christian Schuchardt:
Auf Grundlage einer Befragung, die in den letzten Wochen durchgeführt worden ist, werden 90 Prozent der 80 Großstädte in Deutschland, die Wärmeplanung fristgemäß bis Ende Juni auch abschließen, die kleineren Städte haben bis 2028 Zeit. Und die Erfahrungen, die dabei gesammelt wurden sind vor Ort, dass, was ich auch selber gehört habe und erlebt habe, sind durchaus positive, weil es waren gute partizipative Prozesse zwischen Stadtverwaltung, den Versorgungsunternehmen, also sprich Stadtwerken, auch unter Einbindung der Bürgerschaft.
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SWR: Die kommunale Wärmeplanung ist nun im Idealfall fertig, sie sagen 72 von 80 Großstädten haben es geschafft. Wann geht es die die Umsetzung?
Christian Schuchardt: Am liebsten sofort. Dafür brauchen wir natürlich gute Rahmenbedingungen und das Entscheidende bei dem ganzen Thema ist ja die Investitionssicherheit, weil: Wenn man sich gerade das Thema Wärme ansieht, dann ist das eben enorm kapitalintensiv und hierfür braucht man verlässliche Rahmenbedingungen. Und was natürlich wirtschaftlich für die Gesamtgesellschaft nicht vorteilhaft ist, das ist natürlich ein Parallelbetrieb, parallele Infrastrukturen, die vorgehalten werden, wenn wir Stromnetz erweitern, Fernwärmenetze erweitern oder neu bauen und bestehende Gasnetze haben. Und da geht es eben um Verlässlichkeit und die Investitionen gerade bei Stadtwerken, die müssen sich eben auf 25 Jahre rechnen. Und das ist ja nicht anders, als wenn man privat über eine neue Heizung nachdenkt, da bestimmt natürlich eben dann die Lebensdauer einer neuen Gasheizung, die hält 20 Jahre, wenn man Glück hat, und einer entsprechenden Wärmepumpe spricht man von 12 bis 15 Jahren, die sie halten mag, und so lange braucht man eben die Verlässlichkeit, dass das, was man gemacht hat, entweder das Günstigste ist oder auf jeden Fall zumindest dann auch vertretbar ist.