"Kostet viel Geld und braucht einiges an Zeit"
Vor dem Hintergrund der aktuellen Hitzewelle sprach Uwe Conradt, Vizepräsident des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeister aus Saarbrücken, mit dem rbb24 Inforadio.
rbb24 Inforadio: Wie weit sind die Städte mit ihrer Vorbereitung auf diese Temperaturen?
Uwe Conradt: Städte tun unheimlich viel: Es werden Klimaanpassungskonzepte geschrieben, es werden Hitzeaktionspläne vorbereitet, es wird natürlich der Trinkbrunnen gebaut. Es wird an vielen Stellen sehr viel gemacht, aber richtig ist natürlich auch: Wenn es um Stadtentwicklung, Infrastrukturplanung geht, aber auch um das Thema Katastrophenschutz, all das kostet viel Geld und es braucht auch einiges an Zeit, selbst die Stadtbegrünung – Entsiegelung ist ja oft damit verbunden – dass ganze Pläne gemacht werden müssen und es nicht von heute auf morgen geht.
rbb24 Inforadio: […] Was finden Sie denn wirklich wichtig, wenn Sie an Ihre Bürger denken? Was können Sie schnell umsetzen?
Uwe Conradt: Man muss natürlich schauen, welche Gruppen sind besonders stark betroffen? Und das auch noch an welchen Orten. Das können Kinder sein und die Verschattung auf dem Kinderspielplatz, wenn sie noch fehlt. Das sind Menschen, die von Armut bedroht sind oder auf der Straße leben. Dass sie Wasser von den Sozialarbeitern zur Verfügung gestellt bekommen. Das sind alte und kranke Menschen, die auch über die Hitzeaktionspläne und Alarmpläne mit aktiviert werden müssen. Das sind die Themen, die wenn Hitze akut da ist, in den Städten umgesetzt werden. Aber klar ist auch: Es ist am Ende ein gesamtes Konzept von der Infrastrukturplanung über die Gesundheitsvorsorge und die Stadtentwicklung und das ist dann nicht an den Tagen umzusetzen, an denen es heiß ist. […]
Klimaschutz, Klimaanpassung, Hitzevorsorge sind keine kommunalen Pflichtaufgaben. Das bedeutet bei uns eben auch, das sind freiwillige Aufgaben, die können nur aus den Geldern bezahlt werden, die am Ende überhaupt noch übrigbleiben. Und deshalb ist die Frage: Wie gehen Bund und Länder mit dem Thema um? Sind es nur die Förderprogramme, die gut sind, von denen es einige gibt, die auch genutzt werden, aber die nicht überall ankommen, weil: Wer kein Personal hat für Beantragung und Durchführung, der wird auch nicht die Förderprogramme nutzen.
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