Deutscher Städtetag zu Besuch in der Ukraine
Städtetags-Hauptgeschäftsführer Christian Schuchardt besuchte Kyjiw und traf dort Vitali Klitschko, Bürgermeister der Stadt und Vorsitzender der Vereinigung der ukrainischen Städte. Zudem besuchte er die Konferenz "International Summit of Cities and Regions" am 26. Mai in Kyjiw.
Mainpost: Was war der Anlass Ihres Besuchs?
Christian Schuchardt: Am Dienstag fand ein internationaler Gipfel von Städten und Regionen statt, ein Treffen zum Austausch auf kommunaler Ebene zur Unterstützung der Ukraine. Dabei geht es um Hilfe in unterschiedlichen Dimensionen, vom klassischen Feuerwehrfahrzeug oder Generatoren bis hin zur Unterstützung größerer Projekte. Ein Beispiel wäre da die Unterstützung aus Würzburg für das Unbroken-Rehabilitationszentrum in unserer Partnerstadt Lwiw.
Mainpost: Worüber haben Sie mit Vitali Klitschko gesprochen?
Schuchardt: Da ging es unter anderem darum, was wir von der Ukraine lernen können, vor allem bei einem Thema wie Resilienz in der kritischen Infrastruktur: Wie gehen wir vor, wenn es auch bei uns zu Attacken auf die Energieversorgung kommt? Wie organisieren wir das Zusammenspiel der Behörden? Für Angriffe sind Europas Städte nur wenige Minuten von Russland entfernt, aber man muss auch terroristische Anschläge in Betracht ziehen. Unter das deutsche Kritis-Dachgesetz, mit dem der Schutz von Infrastruktur geregelt wird, fallen nur Städte mit über 500.000 Einwohnern. Aber wir brauchen auch für mittelgroße Städte, wie es Würzburg ist, einen Schutz für kritische Einrichtungen und ein Handling für die Organisation, wenn es zu Angriffen kommt. Hier hat die Ukraine kriegsbedingt wichtige Erfahrungen sammeln können. Dort ist man in der Lage, die nötigen Strukturen sofort hochzufahren.
Mainpost: Wo können deutsche Kommunen die ukrainischen Städte und Gemeinden unterstützen?
Schuchardt: Hilfe wird nach wie vor bei der technischen Ausstattung zur Energieversorgung benötigt: Nach dem Winter ist vor dem Winter, es ist damit zu rechnen, dass Russland seine Angriffe auf diese Strukturen fortsetzt. Ein weiteres Thema ist die kommunale Selbstverwaltung. Vitali Klitschko ist auch Vorsitzender der Vereinigung der ukrainischen Städte. Vor allem geht es um die Stärkung der lokalen Demokratie und der dezentralen Strukturen gegenüber dem Zentralstaat.
Zum vollständigen Interview mit Christian Schuchardt auf www.mainpost.de