Präsidium
Wärmewende und Resilienz zusammen denken
Beschluss des Präsidiums des Deutschen Städtetages
- Das Präsidium bekräftigt, dass die Wärmewende ein zentraler Baustein für die Resilienz der Städte ist. Ihre Umsetzung kann dazu beitragen, Importabhängigkeiten, Energiekosten und Treibhausgasemissionen zu verringern. Als Baustein der Sicherheitsvorsorge kann sie außerdem zur Diversifizierung der Versorgung sowie zur Sicherung und Digitalisierung der Infrastrukturen genutzt werden. Versorgungssicherheit und Resilienz müssen deshalb neben Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und Bezahlbarkeit zu einem weiteren Maßstab der Wärmewende werden. Zudem eröffnet sie Möglichkeiten zum Hitzeschutz, zur Wohnumfeldverbesserung, für Stadtgrün und zur Anpassung an den Klimawandel.
- Die von vielen Städten bereits vorgelegten Wärmepläne haben sich als strategisches Instrument bewährt. Das Präsidium betont, dass die Städte und ihre Stadtwerke einen verlässlichen und langfristigen Rahmen benötigen, damit aus den Planungen Infrastrukturprojekte werden können.
- Das Präsidium weist darauf hin, dass mit der zunehmenden Elektrifizierung der Wärmeversorgung zugleich die Abhängigkeit vom Stromsystem wächst.
- Das Präsidium sieht in steuerbaren hybriden Wärmesystemen, Wärme- und Batteriespeichern in der Übergangsphase ein erhebliches Potenzial für die Systemstabilität. Insbesondere die Ergänzung bestehender Heizungen um Wärmepumpen kann im Gebäudebestand fossilen Energieverbrauch deutlich reduzieren und zugleich elektrische Spitzenlast begrenzen.
- Das Präsidium erwartet von der Bundesregierung, dass sie die Gesamtsystemkosten stärker in den Blick nimmt und einen belastbaren Finanzierungspfad ermöglicht. Die Vorlage des Wärmenetzpakets wird dabei als wichtiger Schritt begrüßt. Ergänzend zur bedarfsgerechten Ausstattung der Förderung von Gebäuden, Netzen und Speichern müssen Bund und Länder geeignete Instrumente zur Eigenkapitalstärkung bereitstellen.