Präsidium
21.01.2026

Wildtiere in der Stadt

Beschluss des Präsidiums des Deutschen Städtetages
  1. Tiere und Stadtnatur bereichern das Leben in der Stadt und haben eine zentrale ökologische, soziale und ökonomische Bedeutung. Das Präsidium hält es daher für grundlegend notwendig, dass urbanes Leben Raum für Tiere und Artenvielfalt bietet. Zugleich bedeuten Stadtleben und der Zuwachs an wilden Tieren in der Stadt ein Spannungsfeld mit dem sich die Städte zunehmend auseinandersetzen müssen. Insbesondere der Umgang mit invasiven Arten, wie die Ameisenart Tapinoma magnum, Waschbären, Nutria, Nil- oder Kanadagänse, stellen die Städte vor enorme Herausforderungen. Das Präsidium bittet den Bund, die Einrichtung einer nationalen Liste invasiver Arten unabhängig von der Liste der Europäischen Union zu prüfen. Zudem sollten Bund und Länder mit Informations- und Aufklärungskampagnen unterstützen.
     
  2. Neben invasiven Arten stehen die Städte beim Umgang mit einheimischen Wildtierarten, wie Wildschweinen, Füchsen oder Saatkrähen, vor wachsenden Herausforderungen. Das kommunale Wildtiermanagement steht in einem Spannungsfeld zwischen Natur- und Tierschutz einerseits und Nutzungskonflikten, Sicherheitsrisiken und Schäden durch steigende Populationen im urbanen Raum andererseits. Das Präsidium hält es für erforderlich, eine Verständigung zu rechtssicheren, praktikablen und wirksamen Instrumenten mit Bund und Ländern zu erreichen.
     
  3. Städte sind nicht zuletzt Rückzugs- und Ersatzlebensräume für wilde Tiere, weil sich die Lebensräume in der freien Natur verringern und unter Druck stehen. Das Präsidium befürwortet aus-drücklich die Zielsetzung der Bundesregierung, über ein Naturflächenbedarfsgesetz den Biotop-verbund zu stärken und dort Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zu erleichtern.
     
  4. Das Präsidium spricht sich für ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter aus, um Igel und andere Kleintiere zu schützen. Zugleich appelliert es an Hersteller, Lösungen zu finden, die eine Gefährdung für Kleintiere durch Mähroboter ausschließt.