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18.09.2013

Deutscher Städtetag fordert Anpassungen beim Bundesfreiwilligendienst

Zahl der Plätze nicht mehr beschränken – zivilgesellschaftliches Engagement weiter stärken

Die deutschen Städte fordern von der künftigen Bundesregierung, die Obergrenze von 35.000 Stellen im Bundesfreiwilligendienst für die kommenden Jahre auszusetzen und die Finanzausstattung entsprechend anzuheben. Die Städte haben sich nach dem Wegfall des Zivildienstes maßgeblich für den Bundesfreiwilligendienst engagiert und wesentlich zu seinem Erfolg beigetragen. Sie würden diesen Weg gerne fortsetzen und den Bundesfreiwilligendienst weiter ausbauen. Dazu zählt auch eine Entkoppelung von Bundesfreiwilligen- und Jugendfreiwilligendiensten. Das machte die Vizepräsidentin des Deutschen Städtetages, die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse, heute nach einer Präsidiumssitzung des kommunalen Spitzenverbandes in Regensburg deutlich.

"Die Bilanz nach zwei Jahren Bundesfreiwilligendienst ist im kommunalen Bereich eindeutig positiv. Der Bundesfreiwilligendienst stößt auf großen Zuspruch und ist für alle Beteiligten ein Erfolg. Das belegen die abgeschlossenen Vereinbarungen ebenso wie die Zahl der neu anerkannten Einsatzstellen", sagte Lohse. Der Bundesfreiwilligendienst sei ein wichtiges Instrument, um das bürgerschaftliche Engagement in unserer Gesellschaft zu stärken. Hier könnten sich Menschen aus verschiedenen Altersgruppen engagieren, weiterbilden und neu orientieren. "Die Kontingentierung des Bundesfreiwilligendienstes durch den Bund wirkt beim weiteren Ausbau allerdings als Bremsklotz. Sie sollte aufgehoben werden, um allen Interessierten die Chance zu geben, sich zu engagieren. Die Nachfrage nach Einsatzmöglichkeiten ist so groß, dass die Zahl der Freiwilligendienstleistenden aller Voraussicht nach verdoppelt werden könnte", so die Vizepräsidentin des Deutschen Städtetages.

Im letzten vollen Jahrgang des Zivildienstes waren über 78.000 Zivildienstleistende tätig. Im Bundesfreiwilligendienst können derzeit wegen der Kontingentierung maximal 35.000 Plätze zeitgleich besetzt werden. Das erschwert es den Freiwilligen, kurzfristige Entscheidungen bei der persönlichen Lebensplanung oder in beruflichen Umbruchsituationen zu treffen. Gleichzeitig führt die Obergrenze bei kommunalen Trägern zu Planungsunsicherheit. Ist das Kontingent erschöpft, kommt es zu Einstellungsstopps und Interessenten wie Einsatzstellen müssen warten. Auch Nachbesetzungen werden erschwert. Bricht jemand seinen Vertrag ab, kann die Einsatzstelle nicht direkt Ersatz suchen, sondern die Stelle fällt in das Kontingent zurück und wird dann zentral vergeben – gegebenenfalls an anderer Stelle. 

Der Deutsche Städtetag fordert außerdem, eine Entkoppelung der Jugendfreiwilligendienste vom Bundesfreiwilligendienst. Beide Formate könnten sich dann zu eigenständigeren Modellen mit jeweils unterschiedlichen Zielgruppen und Schwerpunkten weiterentwickeln. Während die Jugendfreiwilligendienste (Freiwilliges Soziales Jahr, Freiwilliges Ökologisches Jahr und Internationale Jugendfreiwilligendienste)  ihren Hauptschwerpunkt auf junge Leute und in den sozialen und ökologischen Bereich legen, hat sich der Bundesfreiwilligendienst als altersübergreifendes Modell etabliert – mit einer Öffnung für alle Einsatzbereiche und einer Teilzeitmöglichkeit, so Lohse. "Der Bundesfreiwilligendienst bietet Freiwilligen in jedem Lebensabschnitt und in jeder Lebenslage die Möglichkeit, sich neu zu orientieren und weiterzubilden. Er fördert das lebenslange Lernen. Nötig und wünschenswert ist allerdings eine Weiterentwicklung der Konzepte und die Etablierung pädagogischer Begleitangebote – vor allem für die über 27-jährigen Freiwilligen", sagte Lohse.
 

Schwerpunkte

  • Aufnahme von Flüchtlingen und Asylbewerbern Mehr
  • Kommunale Finanzlage und föderale Finanzbeziehungen Mehr
  • Verkehrsinfrastruktur Mehr

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