Kommunalfinanzen

Eine beispiellose Finanzkrise bedroht die Kommunen in Deutschland. Die Städte rutschen immer tiefer in ein Rekorddefizit, das sie nicht selbst zu verantworten haben. Investitionen in die Zukunft müssen vertagt, wichtige Leistungen gestrichen werden. Das ist gefährlich für Deutschland und unser Miteinander insgesamt. Eine dauerhafte stabile kommunale Finanzlage lässt sich nur erreichen, wenn die Anteile der Städte und Gemeinden an den Gemeinschaftssteuern erhöht werden.

Städte brauchen finanzielle Soforthilfe und rasche Reformen

Das Defizit der Kommunen im Jahr 2025 summiert sich auf 30 Milliarden Euro – ein Negativrekord. Einer der Kostentreiber sind die immer schneller steigenden Sozialausgaben.

Die Städte haben deshalb ihre Forderungen in den Dresdner Impulsen für starke Städte und echte Reformen zusammengefasst. Konkret geht es um:

  • eine finanzielle Soforthilfe für die Kommunen
  • den Schutz der Städte vor neuen Belastungen
  • eine Entlastung von Sozialausgaben, auch durch eine Überprüfung der Leistungsausweitungen der vergangenen Jahre
  • umfassenden Bürokratieabbau, konsequente Digitalisierung und Prozessvereinfachung
  • sowie ein neues Gesprächsformat der Kommunen mit dem Bund und den Ländern für große Reformen

Kommunen ausreichend finanzieren

Die Kommunen finanzieren sich aus eigenen Steuereinnahmen wie der Grundsteuer und der Gewerbesteuer. Hinzu kommen Anteile an Gemeinschaftssteuern wie der Einkommensteuer. Außerdem gibt es Zuweisungen (teilweise zweckgebunden) von Bund und Ländern für die Kommunen. Gleichfalls von großer Bedeutung sind in vielen Städten auch die Ausschüttungen kommunaler Unternehmen.

In den vergangenen Jahren hat die gesellschaftliche und politische Bedeutung der kommunalen Aufgaben zugenommen: etwa bei der sozialen Sicherung, der Integration Geflüchteter, der Kinderbetreuung und Bildung oder beim öffentlichen Nahverkehr. Auch Klimaschutz und Klimaanpassung finden zu großen Teilen in den Kommunen statt.

Damit die Kommunen die Vielzahl an Aufgaben erfüllen können, damit kommunale Selbstverwaltung gelebt werden kann, brauchen die Städte und Gemeinden eine ausreichende Finanzausstattung. Dafür setzt sich der Deutsche Städtetag beim Bund und bei den Bundesländern ein.

Schwerpunkt Kommunalfinanzen

Städtetag aktuell 1 | 2026

Raus aus der kommualen Finanzkrise! Das Heft greift die Hintergründe des kommunalen Rekorddefizits auf - und wagt auch eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema. Interviews und Einblicke in die städtische Haushaltslage verdeutlichen die Herausforderung: Die Städte müssen rasch finanziell entlastet werden.

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