07.09.2012
Deutscher Städtetag plädiert für Moratorium zum Erdgas-Förderverfahren "Fracking"
Statement von Dr. Stephan Articus, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages
Anlässlich der aktuellen Gutachten des Bundesumweltministeriums und des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums zum Erdgas-Förderverfahren "Fracking" plädiert der Deutsche Städtetag im Sinne des Schutzes der Bürgerinnen und Bürger und der Umwelt in den betroffenen Regionen für ein Moratorium und umfassende Umweltverträglichkeitsprüfungen. Dazu sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Dr. Stephan Articus:
"Die Förderung von Erdgas durch die Fracking-Methode darf die Menschen in den möglichen Abbaugebieten nicht gefährden. Auch müssen Gefahren für die Umwelt ausgeschlossen werden. Deshalb sollten zur Zeit keine weiteren Genehmigungen für die Fracking-Technologie zur Förderung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten erteilt werden."
Bund und Länder sollten daher ein Moratorium vereinbaren, wonach keine Genehmigungen für die Erkundung und Förderung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten mit Technologien erfolgt, von denen eine Gefährdung von Mensch und Umwelt zu erwarten ist. Insbesondere sollten während eines Moratoriums keine Genehmigungen erteilt werden in Wasserschutz- und -gewinnungsgebieten, Naturschutz- und sonstigen Schutzgebieten und Bergbaugebieten. Zudem muss eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung vorgeschrieben werden.
Die Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten kann die Abhängigkeit von Erdgasimporten für Deutschland reduzieren. Deshalb spricht sich der Deutsche Städtetag für eine Intensivierung der Forschung aus, um die Risiken noch besser abschätzen zu können und umweltverträglichere Fördertechnologien zu entwickeln.
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