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08.10.2014

Deutscher Städtetag zur Zukunft der Provenienzforschung

Faire Lösungen finden – Städte beteiligen sich an Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste" gemeinsam mit Bund und Ländern

Die Städte begrüßen die aktuelle Initiative der Bundesregierung, die verschiedenen Aktivitäten zur Erforschung der Herkunft von Kulturgütern in der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste" zu bündeln. Die Initiative zur so genannten Provenienzforschung bezieht sich besonders auf für während der NS-Zeit entzogene Kulturgüter.

"Der Deutsche Städtetag ist bereit, sich als Stifter gemeinsam mit Bund und Ländern daran zu beteiligen und bei der Vorbereitung der Stiftungsgründung konstruktiv mitzuwirken. Im Sinne des von der Bundesrepublik Deutschland unterzeichneten Washingtoner Abkommens geht es nach wie vor darum, gerechte und faire Lösungen für entzogene Kunstwerke während der Zeit des Nationalsozialismus zu finden. Abgelaufene juristische Verjährungsfristen dürfen dabei keine Rolle spielen", sagte Dr. Stephan Articus, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, heute nach der Zustimmung des Bundeskabinetts zur Stiftungsgründung. Morgen wird sich die Kultusministerkonferenz der Länder in Essen ebenfalls mit dem Thema befassen.

Die Städte und ihre Museen beteiligen sich seit vielen Jahren daran, während der NS-Herrschaft verfolgungsbedingt entzogene Kulturgüter auch Jahrzehnte später in den Sammlungen ihrer Museen zu identifizieren und mit den ehemaligen, zumeist jüdischen Eigentümern und deren legitimen Erben Lösungen zu entwickeln. Sie werden dabei von verschiedenen Institutionen wie beispielsweise der Arbeitsstelle für Provenienzforschung in Berlin unterstützt.

Die Umstände des sogenannten Schwabinger Kunstfundes Ende 2013 haben in Deutschland erneut Fragen zum Umgang mit dem Erbe des Nationalsozialismus in die öffentliche Diskussion gebracht. Grundlage des bisherigen gemeinsamen Handelns von Bund, Ländern und Kommunen ist das Washingtoner Abkommen von 1998 und die gemeinsame Erklärung der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände von 1999. Darin ist vereinbart worden, die im jeweiligen Besitz befindlichen Kulturgüter und Sammlungen hinsichtlich der Herkunft der Bilder genau zu untersuchen (Provenienzrecherche). Wenn ein NS-verfolgungsbedingter Entzug festgestellt wird, gilt es auf geeigneten Wegen eine Einigung mit den seinerzeitigen Eigentümern oder deren Erben zu finden. Diese kann sowohl in einer Rückgabe bestehen  als auch in anderer Form stattfinden, wie beispielsweise einer Entschädigung.

Mit dem "Deutschen Zentrum Kulturgutverluste" soll nun auf Initiative der Bundesregierung eine zentrale Einrichtung in Form einer Stiftung bürgerlichen Rechts geschaffen werden mit dem Ziel, die Provenienzforschung in Deutschland zu stärken und als einheitlicher Ansprechpartner für ausländische Antragsteller zu fungieren. Die Finanzierung der laufenden Stiftungstätigkeit müsse durch Bund und Länder dauerhaft sichergestellt werden, so Articus abschließend.
 

Schwerpunkte

  • Aufnahme von Flüchtlingen und Asylbewerbern Mehr
  • Kommunale Finanzlage und föderale Finanzbeziehungen Mehr
  • Verkehrsinfrastruktur Mehr

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