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08.11.2016

Ein neues Zuhause für unbegleitete minderjährige Ausländerinnen und Ausländer

Darmstadt

Jugendamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt organisiert mit Partnern neue Wohngruppen, intensiven Schulunterricht, Aktionstage und Freizeitprojekte: Das Jugendamt hat ab Sommer 2015 über 400 unbegleitete minderjährige Ausländerinnen und Ausländer in Obhut genommen und bisher mit freien Trägern der Jugendhilfe insgesamt elf neue Jugendwohngruppen an sechs Standorten geschaffen.

Eine weitere Wohngruppe soll am 15. Januar 2017 in Betrieb gehen. In den Wohngruppen stehen dann 128 Plätze zur Betreuung zur Verfügung. Darmstadt zugewiesen sind momentan 221 unbegleitete minderjährige Ausländerinnen und Ausländer, die auch in anderen Jugendwohngruppen, betreutem Wohnen und anderen ambulanten Settings sowie in Familienpflege betreut werden.

Im Schiebelhuthweg in Darmstadt wurde beispielsweise gemeinsam mit dem Träger "Mission Leben" in einem ehemaligen Pflegeheim, nach Umbau, eine Jugendwohngruppe und eine zentrale Inobhutnahmestelle geschaffen. Die Persönlichkeitsentwicklung und Hinführung zur Selbständigkeit unter Einbeziehung der kulturellen und religiösen Unterschiede der jungen Menschen, sind wichtige Aspekte in der Arbeit der Wohngruppe. Individuelle Perspektiven für das eigene Leben in Darmstadt zu entwickeln, ist ein Hauptziel der pädagogischen Arbeit. Die Überwindung von Heimweh, Trauer und Sorge über verlorene Beziehungen sind Bestandteil der Betreuung.

Gruppenangebote stellen einen zentralen Bestandteil der Konzeption der Wohngruppe dar. Um die Jugendlichen im Alltag zügig und gut in die Darmstädter Gesellschaft integrieren zu können, bemüht sich die Wohngruppe neben den oben genannten Standards um spezielle Angebote in vielen Bereichen: Spracherwerb durch ehrenamtliche Lernpaten, Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Praktika oder Projekten, um den Spracherwerb zu forcieren und Ausbildung zu thematisieren sowie berufliche Perspektiven zu erarbeiten, direkte Einbeziehung der Nachbarschaft und des Sozialraums in den Alltag der Jugendlichen, Sportangebote und Initiativen in Vereinen, Nutzung kultureller Angebote wie Theater- und Bibliotheksbesuche, Technik-Workshops, sowie Ferienaktionen wie Zelten auf einem Campingplatz. Großen Wert wird an allen Standorten auf eine sozialräumliche Anbindung an bestehende Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe gelegt.

Im Gebiet des Schiebelhuthweges ist eine sehr gute Kooperationsstruktur mit verschiedenen Trägern im Stadtteil entstanden, eine exzellente mit der Evangelischen Matthäusgemeinde, die neben einem dreimal wöchentlich stattfindenden Sprach- und Willkommenstreff für Kinder, Jugendliche und deren Familien der städtischen Erstwohnhäuser umfangreiche Veranstaltungen zur Integration geschaffen hat. Wesentliches Merkmal ist hierbei, dass in der Regel keine Veranstaltungen nur für Geflüchtete, sondern möglichst offene Angebote außerhalb der Wohneinrichtungen stattfinden. Hier werden Begegnungen und ein Kennenlernen sowie gemeinsames Lernen ermöglicht. Es gelingt in diesem Stadtteil ganz hervorragend aufgrund des außerordentlichen ehrenamtlichen Engagements eine Vielzahl an Veranstaltungen am Laufen zu halten.

Neben Veranstaltungen des Jugendamtes wie Weltkindertag, Spielplatzsaisoneröffnung, Ferienspiele, Mädchengarten, Girls-Fun-Day und Jungentag, zu denen die unbegleiteten minderjährigen Ausländerinnen und Ausländer explizit eingeladen werden ist in Zusammenarbeit mit dem Amt für Interkulturelles und Internationales die

Broschüre zu den "Aktiven Ferien" erstmals ein mehrsprachiger Einleger hinzugefügt worden. Der Einleger erklärt in einfacher Sprache Ferienspiele und Ferienfreizeiten und wurde in die Sprachen Englisch, Französisch, Türkisch, Kurdisch, Arabisch, Farsi, Pashtu und Tigrinya übersetzt. Auf dem Gelände der Frankensteinschule wurde das Projekt "Spielen verbindet – Spielräume erschließen", ein inklusives Spielangebot für geflüchtete und nicht geflüchtete Kinder, durchgeführt.

Die Schulsozialarbeit unterstützt die Integration von Schülerinnen und Schülern mit Fluchthintergrund durch: Einzelförderung besonders bedürftiger Schülerinnen und Schüler im Erwerb der deutschen Sprache, Integration durch Stärkung sozialer Kompetenzen, Unterstützung bei lebenspraktischen Themen, Zusammenbringen der neuzugewanderten Kinder mit bereits beheimateten Kindern und Jugendlichen und Vermittlung interkultureller Kompetenzen, Unterstützung in der Bewältigung von Traumata, Aufgreifen und Unterstützung bei der Bewältigung individueller Sorgen und Ängste, Vermittlung in Angebote von Kooperationspartner und Netzwerken im Rahmen der Sozialraumorientierung je nach individuellem Bedarf. Von den Trägern der Schulsozialarbeit werden den Schülern Freizeitmaßnahmen, wie Arbeitsgemeinschaften oder Nachmittagsbetreuung angeboten. In den höheren Schulklassen kommt Berufsorientierung hinzu.

In Intensivklassen der allgemeinbildenden Schulen werden neuzugewanderte Schülerinnen und Schüler jahrgangsübergreifend unterrichtet. Ziel der Intensivklassen an Darmstädter Schulen ist es, einen langsamen Übergang in die Regelklassen zu schaffen. Die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, nach einem Jahr des intensiven Lernens ausreichende Deutschkenntnisse zu erwerben, damit sie den Regelunterricht erfolgreich besuchen können. In Darmstadt werden rund 325 neuzugewanderte Schülerinnen und Schüler an 18 Schulen überwiegend in Intensivklassen, zum Teil auch in Regelklassen unterrichtet. An den beruflichen Schulen lernen über das Programm "Integration und Abschluss" (InteA) junge Geflüchtete ohne oder mit geringen Deutschkenntnissen zwei Jahre Deutsch und werden auf den Hauptschulabschluss vorbereitet. Ziel ist die anschließende Integration in den Arbeitsmarkt.

Die Maßnahmen im Ausbildungs- und Qualifizierungsbudget stehen Flüchtlingen offen. Die beteiligten Träger binden die Zielgruppe der Neuzugewanderten mit ein. Angeboten werden zwei Maßnahmen, die Jugendlichen den Erwerb des Hauptschulabschlusses ermöglichen: eine Maßnahme zur Heranführung Jugendlicher und junger Erwachsener mit psychischen Beeinträchtigungen an den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sowie eine überbetriebliche Ausbildung zum Industriemechaniker, für junge Menschen, die eine duale Ausbildung aufgrund Ihrer Einschränkungen nicht aufnehmen können. Im Projekt "Jugend stärken im Quartier" (JustiQ) werden junge geflüchtete Menschen in die Angebote der Träger in den Mikroprojekten miteingebunden.

Schwerpunkte

  • Verkehr, nachhaltige Mobilität und Luftreinhaltung Mehr
  • Wohnungsmangel und Wohnungsbau Mehr
  • Kommunale Finanzlage und Grundsteuer Mehr
  • Aufnahme und Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern Mehr

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