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21.03.2018

„Städte l(i)eben Vielfalt“: Konferenz des Deutschen Städtetages in Stuttgart

Integrationsangebote in Städten passgenau entwickeln - soziales Zusammenleben der Menschen fördern

Nach der Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen beschäftigen sich die Städte in Deutschland inzwischen vor allem mit der Frage, wie gelingt die langfristige Integration und was fördert das soziale Zusammenleben der Menschen. Mit welchen konkreten Integrationsangeboten machen die Kommunen gute Erfahrungen? Welche Konzepte sind erfolgreich für den Spracherwerb und die Qualifikation von Geflüchteten? Und was müssen Bund und Länder zur Integration weiter beitragen? Fragen wie diese stehen heute im Mittelpunkt einer gemeinsamen Konferenz des Deutschen Städtetages und der Stadt Stuttgart unter dem Titel "Integration von Flüchtlingen – wo stehen wir heute?" Die Konferenzreihe wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert.

Die Städte stellen sich der Integrationsaufgabe seit Jahren und unternehmen sehr viel, um das Zusammenleben der Menschen zu fördern. Die stellvertretende Präsidentin des Deutschen Städtetages, Oberbürgermeisterin Barbara Bosch aus Reutlingen, sagt: "Damit Integration gelingt, ist entscheidend, dass die Kommunen von Bund und Ländern gut unterstützt werden und dass sie ihre Anstrengungen vor allem auf die konzentrieren können, die bleiben. Deshalb wollen die Städte, dass die bei uns schutzsuchenden Menschen erst auf die Kommunen verteilt werden, wenn ihr Aufenthaltsstatus geklärt ist. Um die Städte mit den Integrationsaufgaben nicht zu überfordern, ist außerdem wichtig, dass es seitens der Länder einen finanziellen Ausgleich für die Menschen gibt, die als so genannte Geduldete bei uns in den Städten leben. Außerdem bleiben  Bund und Länder natürlich auch gefordert, Rückführungen der Menschen durchzusetzen, die nicht bei uns bleiben können."

Während der Konferenz in Stuttgart werden konkrete Konzepte aus den Städten vorgestellt. Unter anderem geht es darum, wie Flüchtlinge und Asylbewerber mit Bleibeperspektive mittels geeigneter Integrationsmaßnahmen die Sprache erlernen und beruflich qualifiziert werden können. Ein weiteres Thema ist die Arbeitsmarktintegration der geflüchteten Menschen.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, betont: "Die sprachlichen und kulturellen Barrieren sind teilweise schwer zu überwinden und eine rasche Arbeitsmarktintegration ist bei Menschen mit sehr geringen Qualifikationen nicht leicht. Deshalb entwickeln die Städte passende Integrationsangebote und deshalb brauchen wir vor Ort die dafür nötigen Mittel. Gleichzeitig müssen wir Sorgen in der Gesellschaft ernst nehmen und Konkurrenzsituationen zwischen Einheimischen und zugewanderten Menschen vermeiden."

Die rund 200 Teilnehmenden der Integrationskonferenz aus dem gesamten Bundesgebiet kommen unter anderem aus der kommunalen Verwaltung, der Wissenschaft und aus gesellschaftlichen Organisationen. Die Konferenz soll ihnen wertvolle Anregungen für die praktische Arbeit vor Ort bieten. Bereits heute gibt es in vielen Städten viele Beispiele dafür, wie gut das Zusammenleben schon funktioniert, betont der Gastgeber der Konferenz, Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn: "Vielfalt ist etwas Starkes. Gesellschaften, die Vielfalt zelebrieren, die offen sind, die Neues zulassen, die Neuem mit Neugierde begegnen, sind seit jeher wirtschaftlich erfolgreicher, kulturell reicher, einfach kreativer als Gesellschaften, die sich abschotten. Integration bedeutet Erneuerung – das bezieht Ankommende wie 'Einheimische' mit ein. Integration ist auch anstrengend, so gehört das Abbauen von Ängsten zu den Mühen des Alltags. Wenn all das gelingt, kann Vielfalt gelebt, ja geliebt werden."

Uta-Micaela Dürig, stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsführung der Robert Bosch Stiftung, sagt: "Kommunen und insbesondere große Städte sind Vordenker und auch Vorbilder beim Thema Integration. Sie haben erkannt, dass es eine klare, vorausschauende Strategie braucht, damit wir unterschiedliche Kulturen und Religionen nicht nur annehmen, sondern auch als Chance nutzen können. Wir wissen aber auch, unter welchen teils schwierigen Bedingungen Kommunen agieren. Hier braucht es das Zusammenspiel von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Denn in den Kindertagesstätten und Schulen, in der Berufsausbildung und im Studium, am Arbeitsplatz und in der Freizeit, im Stadtteil, in Vereinen und bei Kulturveranstaltungen entscheidet sich, ob Einwanderung Erfolg hat."

Die Stuttgarter Konferenz ist seit 2011 nach Veranstaltungen in der Landeshauptstadt München, in der Freien und Hansestadt Hamburg, in der Stadt Bielefeld und in der Stadt Bochum die fünfte Konferenz in der Reihe „Städte l(i)eben Vielfalt“, die Diskussionen über die verschiedenen Facetten der Integration anstoßen und zu Lösungen beitragen möchte.

Das aktuelle Konferenzprogramm finden Sie unter www.staedtetag.de ebenso wie Dokumentationen der früheren Veranstaltungen – letztere in der Rubrik „Publikationen“, „Materialien“.

Schwerpunkte

  • Aufnahme und Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern Mehr
  • Kommunale Finanzlage und föderale Finanzbeziehungen Mehr
  • Verkehrsinfrastruktur und Luftreinhaltung Mehr

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