Die Ergebnisse internationaler Studien haben neben Qualitätsmängeln auch eine hohe Selektionswirkung des deutschen Bildungswesens offen gelegt. Die Bildungschancen junger Menschen in Deutschland sind in hohem Maße abhängig von der Herkunft und der ökonomischen Situation von Kindern und Jugendlichen.
Beide Befunde - Qualitätsmängel und Selektion - sind für Deutschland mit seinem Anspruch auf demokratische Teilhabe und Chancengleichheit sowie seiner leistungsfähigen und exportorientierten Wirtschaft nicht hinnehmbar. Eine durchgreifende und langfristig tragfähige Reform des Schul- und Bildungswesens mit den Zielen der Qualitätsverbesserung und der Schaffung von mehr Chancengerechtigkeit ist erforderlich.
Der Kongress Bildung in der Stadt ist einer der Beiträge des Deutsche Städtetag zur aktuellen Bildungsreformdiskussion. Denn Städte und Gemeinden prägen mit ihren vielfältigen Einrichtungen die Bildungslandschaft Deutschlands. Kindertagesstätten, Schulen, Volkshochschulen und zahlreiche Kultureinrichtungen sind Eckpfeiler der öffentlichen Infrastruktur in der Bildung. Städte und Gemeinden sind nicht nur von Fehlentwicklungen im Bildungswesen besonders betroffen, sie sind auch die entscheidende Ebene für die Umsetzung von Reformen und bildungspolitischen Zielen.
Auf dem Kongress Bildung in der Stadt am 22./23. November 2007 in Aachen wurden erfolgreiche kommunale Initiativen präsentiert und Perspektiven für ein erweitertes kommunales Engagement in der Bildung weiterentwickelt. Der Kongress richtete sich an alle Verantwortlichen im Bildungsbereich: Kommunale Entscheidungsträger in Verwaltung und Politik, Vertreter der Länder und des Bundes, Verantwortliche aus Schule, Jugendhilfe, Kultur und Sport sowie alle an Bildung Interessierte waren herzlich dazu eingeladen, an einem konstruktiven Diskurs über die Bildung in Deutschland teilzunehmen.
Der Deutsche Städtetag hat zum Abschluss des zweitägigen Kongresses eine "Aachener Erklärung" zur Bildungspolitik veröffentlicht.
Sobald Vorträge, Präsentationen und Forenzusammenfassungen vorliegen, werden diese ins Internetangebot zum Kongress eingestellt.